Wirtschaft & Politik

Frankreich verbietet Plastiktüten

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Frankreich verbietet ab dem 1. Juli 2016 Einweg-Plastiktüten. Die Verordnung ist Teil des Reformgesetzes zur Energiewende und ökologischem Wachstum. Nun will der Staat kompostierbare Bio-Kunststofftüten fördern.

Frankreich verbietet nicht nur Plastiktüten, sondern setzt auch einen steigenden Biomassegehalt für kompostierbare Kunststoffbeutel fest. Foto: Christian Mannsbart

Prozentsatz für Biomasse in Kunststofftüten steigt bis 2025

Nach der Vorgabe müssen ab diesem Zeitpunkt Einweg-Plastiktüten, die dünner als 50 Mikrometer sind, zu 30 Prozent aus biologischem Material bestehen und zuhause kompostierbar sein. Der vorgeschriebene Prozentsatz an Biomasse soll bis zum Jahr 2025 stufenweise bis auf 60 Prozent steigen.

Weniger Einweg-Plastiktüten – Frankreich unabhängiger von Öl

„Wir begrüßen die Mobilmachung der Behörden zur Umsetzung dieser Maßnahmen. Die jahrelange Forschung aller Beteiligten zur Entwicklung von biologisch abbaubaren und kompostierbaren Kunststoffen zur Reduzierung unserer Abhängigkeit vom Öl zahlen sich endlich aus. Die Verordnung wird dazu beitragen, die Verschmutzung durch Plastiktüten zu reduzieren und die Wirtschaftstätigkeit der französischen Kunststoff-Verarbeiter anzukurbeln, denn 90 Prozent der Frucht- und Obstbeutel werden derzeit importiert“, sagt Christophe Doukhi-de Boissoudy, Vorsitzender des französischen Verbands für Bio-Kunststoffe.

In Deutschland müssen Verbraucher für Plastiktüten zahlen

In Deutschland zeigen sich bereits erste zarte Ansätze für ein ähnliches Kreislaufsystem. Allerdings zweifeln Kritiker an, dass Tüten aus Bio-Kunststoff wirklich kompostierbar sind. Ab April sollen Plastiktüten an der Ladenkasse 20 Cent kosten. Bis 2025 will das Umweltministerium so den Pro-Kopf-Verbrauch von 71 auf 40 Plastiktüten pro Jahr senken.