Wirtschaft & Politik

Friedhof: Bestattung in Niedersachsen immer teurer

, erstellt von

Im Schnitt um 20 bis 23 Prozent sind die Bestattungskosten in Niedersachsen und Bremen seit 2011 gestiegen. Das geht aus der aktuellen Friedhofsgebührenstudie von Aeternitas und dem Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen (BdSt) hervor. Entsprechend wenden sich die Bürger oftmals günstigeren Alternativen zu.

Die Kosten für die letzte Ruhestätte sind in Niedersachsen und Bremen in den vergangenen sieben Jahren deutlich angestiegen. Foto: Aeternitas

Gebühren steigen insbesondere für Urnen- und Erdreihengräber

Mit 28 beziehungsweise 24 Prozent sind die Gebührenerhöhungen demnach deutlich bei Urnen- und Erdreihengräbern ausgefallen. In elf Städten und Gemeinden Niedersachsens und Bremens kam es im Vergleich zur letzten Erhebung für einzelne Grabarten zu Gebührensenkungen von über 20 Prozent. Demgegenüber stehen acht Städte, in denen sich der Studie zufolge die Gebühren einzelner Grabarten gegenüber 2011 mehr als verdoppelt haben.

Besonders drastisch fallen die Gebührenerhöhungen aus in:

  • Ronnenberg (Urnenreihengrab plus 158 Prozent, Urnenwahlgrab plus 124 Prozent, Erdwahlgrab plus 101 Prozent und Erdreihengrab plus 92 Prozent)
  • Braunschweig (Erdreihengrab plus 125 Prozent, Urnengrab anonym plus 121 Prozent)
  • Rinteln (Urnengrab anonym plus 185 Prozent, Urnenreihengrab plus 101 Prozent, Urnenwahlgrab plus 83 Prozent)

Deutlich gesunken sind die Friedhofsgebühren seit 2011 insbesondere in Osnabrück (50 Prozent beim Urnenwahlgrab) sowie in Hildesheim (Urnenreihengrab minus 24 Prozent, Erdwahlgrab minus 21 Prozent, Urnenwahlgrabgrab minus 19 Prozent und Erdreihengrab minus 17 Prozent).

Wo Bürger für Bestattungen am meisten bezahlen

Der aktuellen Friedhofsgebührenstudie zufolge am tiefsten in die Tasche greifen müssen Bürger für ein Erdwahlgrab in Hann. Münden. Insgesamt 4.857 Euro an Gebühren sind dort fällig – bei durchschnittlichen Gesamtkosten in Niedersachsen von 2.078 Euro. Beim Erdreihengrab ist Göttingen mit 4.096 Euro am teuersten (Durchschnitt 1.725 Euro), beim Urnenwahlgrab Osterode am Harz mit 2.200 Euro (Durchschnitt 1.231 Euro) und beim Urnenreihengrab Cuxhaven mit 1.722 Euro (Durchschnitt 1.009 Euro).

„Die Kommunen reagieren damit auf den anhaltenden Trend zur Feuerbestattung und zu kleineren und günstigeren Gräbern sowie Alternativen außerhalb der klassischen Friedhöfe“, sagt Christoph Keldenich, Vorsitzender der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas. Die Angebotsvielfalt auf den Friedhöfen müsse den Wünschen der Bürger entsprechend weiter erhöht werden.

Friedhofsgebührenstudie bildet 78 Städte und Gemeinden ab

Dass es auch deutlich günstiger geht, zeigen Gemeinden wie Soltau (Urnenreihengrab: 326 Euro) und Walsrode (Urnenwahlgrab 322 Euro), in denen der Bürger jeweils nur mit mittleren dreistelligen Beträgen rechnen muss.

Für ihre aktuelle Studie haben Aeternitas und der Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen 94 Städte angeschrieben – alle niedersächsischen Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohnern sowie Bremen und Bremerhaven. In die Auswertung eingeflossen sind die Daten von 78 Städten. Nicht berücksichtigt wurden zwölf Kommunen, die nur über kirchliche Friedhöfe verfügen, sowie vier, deren Daten nicht erhoben werden konnten.