Wirtschaft & Politik

Gartenbau: Mehr Azubis – Gemüsebau beliebt

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Junge Menschen lassen sich im Vergleich mit der gesamten Agrarbranche am liebsten im Gartenbau ausbilden, so Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbands Gartenbau. Mertz stellte zum Start der Grünen Woche Berlin den Jahresbericht des Verbandes vor. Doch nicht alles in der Branche ist „eitel Sonnenschein“.

Gartenbau: Besonders im Gemüsebau stiegen die Ausbildungszahlen 2014 an. Foto: Alexander Spoerr Fotolia

2015: 5.000 Ausbildungsverträge im Gartenbau

Rund 5.000 neue Ausbildungsverträge schlossen junge Mensch und Unternehmen aus dem Gartenbau im vergangenen Jahr, damit stiegen die Zahlen im Vergleich zu 2014 leicht an. Besonders die Fachrichtung Gemüsebau boomt, hier wurden 18,7 mehr Neuverträge geschlossen als noch im Vorjahr. „Vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen und dem harten Wettbewerb um den Nachwuchs freuen mich diese Zahlen umso mehr“, so Mertz.

Markt für Zierpflanzen schwächelt

Der Markt für Zierpflanzen schwächelte leicht, wie Mertz berichtete. Dabei sank der Umsatz um 100 Millionen Euro auf 8,5 Milliarden Euro. Damit gab jeder Bundesbürger rund 106 Euro im Jahr für Schnitt- und Topfblumen sowie für Beet- und Balkonpflanzen aus.

Der Präsident des Zentralverbands Gartenbau wies auf die Ergebnisse der Marktstudie 2014 hin, nach der die Pro-Kopf Ausgaben lediglich durch deutliche Anstrengungen im Marketing gesteigert werden können. Mit der Kommunikationskampagne „Blumen und Pflanzen Natürlich schöne Augenblicke“ habe die Branche aber reagiert. „Die Finanzierung der Kampagne ist für dieses Jahr gesichert“, freute sich Mertz.

Friedhofsgärtnereien und Gemüsebau in schwierigem Umfeld

Für Friedhof und Gemüsebau sei die Situation 2015 gleichermaßen schwierig gewesen. Während die Produktion mit den Wetterextremen kämpfte, bereitet dem herkömmlichen Bestattungswesen die steigende Anzahl von Friedwäldern Kopfzerbrechen. Besonders familiengeführte Friedhofsgärtnereien litten unter der Situation. Allerdings sähen viele noch in gärtnerbetreuten Gemeinschaftsgrabanlagen einen Hoffnungsschimmer.

Die politischen Rahmenbedingungen seien nach wie vor herausfordernd, so Mertz. Während der Zustand der EU-Harmonisierung beim Thema Pflanzenschutz ein „Trauerspiel“ sei, hätte der ZVG mit dem Start des Bundesprogrammes Energieeffizienz im Gartenbau und Landwirtschaft zum 1. Januar 2016 einen wichtigen Erfolg der politischen Verbandsarbeit feiern können.

Fusion Edeka und Kaiser's Tengelmann: Ist das noch freier Wettbewerb?

Die Fusion von Edeka und Kaiser's Tengelmann sieht Mertz in einem besorgniserregenden Licht: „Von einem freien Wettbewerb kann schon lange nicht mehr gesprochen werden. Die gärtnerischen Betriebe spüren bereits jetzt die Marktmacht einiger weniger Konzerne“, so Mertz.