Wirtschaft & Politik

Gefängnisstrafe: Ausbeutung polnischer Arbeitskräfte

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Der ehemalige Geschäftsführer des Champignonproduzenten Prime Champ muss für zwei Jahre hinter Gitter. Er hatte gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Geschäftsführung in den Jahren 2009 bis 2012 polnische Arbeitskräfte ausgebeutet.

Das niederländische Unternehmen Prime Champ hat ausländische Arbeitskräfte unter unhaltbaren Bedingungen beschäftigt, urteilt ein niederländisches Gericht. Foto: Vladimir Gerasimov Fotolia

Ausbeutung bei der Champignonernte: Verfehlte Stückzahl = kein Mindestlohn

Medienberichten zufolge will der Verurteilte Berufung einlegen, zumal er vom Limburger Gerichtshof auch noch zu einer Geldstrafe von 75.000 Euro auferlegt bekam. Wie das Portal NU.nl berichtet, sind noch weitere Personen aus der Geschäftsführung des Unternehmens verurteilt worden.

Die polnischen Arbeitskräfte waren von Prime Champ mit dem Bus in die Niederlande gebracht worden. Kaum vor Ort, mussten sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben, der zwar eine Bezahlung nach Mindestlohn vorsah, dafür keine Überstunden beinhaltete. Diese mussten die Arbeiter aber zwingend leisten, da die Mindeststückzahl, die sie ernten mussten, abnorm hoch war und nur bei Erfüllung der Quote der Mindestlohn überhaupt ausgezahlt werden sollte. Urlaubstage räumte der Betrieb keine ein.