Wirtschaft & Politik

Gemüseanbau: Saisonarbeitskräfte gesucht

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Auf ihrer jährlich stattfindenden Delegiertenversammlung in Essen thematisierte der Gartenbauverband Nordrhein-Westfalen den Mangel an Saisonarbeitskräften im Gemüseanbau. Es herrsche Unsicherheit bei den Unternehmen und Gemüseproduzenten wegen des Erntehelfermangels. Auf politischer Ebene stocken die Verhandlungen mit Drittstaaten aktuell.

Der Erntehelfermangel beschäftigte die Delegiertenversammlung des Gartenbauverbandes NRW in Essen. Foto: Lutz Fischer

Unsicherheit bei den Gemüseanbauern in NRW

Gemüsebaubetriebe hoffen auf Erntehelfer aus Drittstaaten. Die Verhandlungen der Politiker laufen jedoch immer noch: Anke Knaup, Geschäftsführerin im Fachverband Gemüsebau, berichtete bei der Delegiertenversammlung des Gartenbauverbandes NRW in Essen. Die Rekrutierung von Saisonarbeitern gestalte sich enorm schwierig. Die Ergebnisse einer Umfrage zur Erntesaison 2019 unter 1.000 Spargel- und Beerenerzeugern bundesweit zeigten deutlich eine extreme Unsicherheit der Arbeitgeber in Sachen Produktionsentwicklung. Dies aufgrund des Erntehelfermangels. Es werde angenommen, dass über 50 Prozent der Erzeuger heute noch nicht wissen, ob sie ihre Produktion reduzieren oder ausweiten wollen, so Knaup. Viele Anbauer reduzieren vorsorglich die Flächen auch aufgrund des Erntehelfermangels, sagte sie in Essen.

Verhandlungen mit Drittstaaten stocken

In den vergangenen Jahren sei es für die landwirtschaftlichen Betriebe sogar immer schwieriger geworden, Erntehelfer aus Nicht-EU-Staaten zu rekrutieren. Auch dieser Trend sei bereits seit einiger Zeit spürbar. Aufgrund unterschiedlichster Faktoren sei besonders in vielen Ländern Osteuropas die wirtschaftliche Entwicklung deutlich gestiegen und somit die Bereitschaft zur Saisontätigkeit gesunken. Daher wurden die Ankündigungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums und des Bundesarbeitsministeriums aus dem Jahr 2018, dass künftig Verhandlungen mit Drittstaaten eingeleitet werden sollen, in der Branche mit großer Hoffnung aufgenommen, so Knaup. Leider sei seitdem keine Verbesserung festzustellen.

Probleme mit Sozialversicherungsbeiträgen für Erntehelfer

Anfragen bei den beteiligten Arbeitsagenturen ergaben lediglich, dass die Verhandlungen weiter geführt würden, aber aufgrund von Problemen mit Sozialversicherungsbeiträgen ins Stocken geraten seien. Ansonsten könnten keine Auskünfte erteilt werden. Dies sorge für große Unsicherheit in der Branche, sagte sie. Für die Sonderkulturerzeuger mit großem Personalbedarf sei Planungssicherheit schließlich unabdingbar.