Wirtschaft & Politik

Globalzustimmung für Erntehelfer erteilt

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Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mitteilte, wurde von der Bundesagentur für Arbeit (BA) eine Globalzustimmung für den Einsatz von Drittstaatsangehörigen, Asylbewerbern und Geduldeten als Erntehelfer erteilt. Der Zentralverband Gartenbau äußerte bereits seine Zustimmung zum Erlass.

Die Globalzustimmung der bundesagentur für Arbeit erleichtert es Asylbewerbern, in der Landwirtschaft tätig zu werden. Foto: Gerhard Gellinger / Pixabay

Bundesagentur für Arbeit folgt Vorschlag der Bundesagrarministerin

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) folge mit der nun erteilten Globalzustimmung für den Einsatz von Drittstaatsangehörigen, Asylbewerbern und Geduldeten als Helfer in der Landwirtschaft damit einem Vorschlag der Bundesagrarministerin Julia Klöckner. Die Ministerin hatte sich bereits vor einigen Wochen deutlich dafür ausgesprochen, Asylbewerber in der Landwirtschaft einzusetzen, um dem vorherrschenden Erntehelfermangel während der Einschränkungen der Corona-Pandemie auszugleichen. Die Regelung gelte demnach für einen begrenzten Zeitraum, der sich vom 1. April bis 31. Oktober 2020 erstrecke. Mit der Globalzustimmung können unbürokratisch weitere Arbeitskräfte für die Saison- und Erntehelfertätigkeiten in der Landwirtschaft gewonnen werden.

Schnellere Genehmigungen zur Beschäftigungsaufnahme

Konkret gehe es bei der Globalzustimmung um eine befristete deutliche Verfahrenserleichterung bei der Beschäftigungsaufnahme. Die BA müsse ihre Zustimmung zur Arbeitsaufnahme nun nicht mehr in jedem Einzelfall überprüfen und schließlich erteilen. Die Arbeitskräfte können so schneller die jeweiligen Beschäftigungen in der Landwirtschaft und der Ernte aufnehmen.

Die Globalzustimmung gelte für

  • Asylbewerber in einer Aufnahmeeinrichtung, bei denen das Asylverfahren nicht binnen neun Monaten unanfechtbar abgeschlossen ist,
  • Asylbewerber, die sich seit drei Monaten gestattet im Bundesgebiet aufhalten,
  • die Beschäftigung von Personen mit einer Duldung und für
  • Drittstaatsangehörige, deren Aufenthaltstitel diese Beschäftigung nicht erlaubt.

Erleichterung auch für Personen aus Drittstaaten

Die Globalzustimmung gelte zudem auch für Personen aus Drittstaaten. Dadurch sehe das Bundesministerium zudem auch eine deutliche Verbesserung für Drittstaatsangehörige. Diese Menschen waren bislang vor allem im Hotel- und Gaststättenbereich tätig. Personen aus Drittstaaten, die derzeit wegen der Schließung von Hotels und Restaurants beschäftigungslos sind, können ohne erneute Zustimmung der Arbeitsagentur bis Ende Oktober 2020 eine Beschäftigung in der Landwirtschaft aufnehmen und sich dort ihren Lebensunterhalt verdienen.

ZVG begrüßt die Entscheidung

„Angesichts der derzeitigen Situation wird jede helfende Hand für die Grundversorgung der Bevölkerung gebraucht“, betont der Vorsitzende der Bundesfachgruppe Gemüse (BfG) Christian Ufen die beschlossene Regelung. „Ohne Saisonarbeitskräfte sind Pflanzen, Pflege und Ernte nicht im notwendigen Maße für die derzeitige und spätere Grundversorgung mit Obst und Gemüse aufrecht zu erhalten“, fügt der Vorsitzende der Bundesfachgruppe Obstbau Jens Stechmann hinzu. Der ZVG hatte wiederholt auf die nötige Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften hingewiesen und sich dafür ausgesprochen, Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylbewerber in der Landwirtschaft und dem Gartenbau zu schaffen.

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