Wirtschaft & Politik

Hessen: private Haus- und Hofbegrünung förderfähig

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Um Kommunen bei ihren Maßnahmen für mehr Klimaschutz und eine bessere Klimaanpassung noch besser zu unterstützen, hat das hessische Umweltministerium die seit 2016 geltende Klimarichtlinie überarbeitet. Neben erhöhten Förderquoten gibt es auch neue Förderschwerpunkte: Dazu zählt jetzt auch die Haus- und Hofbegrünung.

Hessens überarbeitete Klimarichtlinie sieht unter anderem die Förderung von Dach- und Fassadenbegrünungen vor. Foto: Kara/Fotolia

Dach- und Fassadenbegrünungen werden unter anderem gefördert

Erstmals können Privateigentümer von Grundstücken über ihre Kommune Gelder beantragen. Gefördert werden Dach- und Fassadenbegrünungen sowie die Entsiegelung und Begrünung von Höfen privater Immobilien-Eigentümer in Stadtteilen mit besonderer mikroklimatischer Belastung. Durch die Begrünung soll die Belastung in überhitzten Quartieren reduziert und so ein Beitrag zur Klimaanpassung in den Kommunen geleistet werden.

In den Genuss dieser Förderung kommen Gemeinden, die Mitglied im Bündnis „Hessenaktiv: die Klima-Kommunen“ sind und mindestens 30.000 Einwohner haben. Außerdem müssen sie eine kommunale Förderrichtlinie vorlegen und das nötige Personal stellen. Antragsberechtigt sind Eigentümer, Erbbau-Berechtigte sowie Genossenschaften und Eigentümergemeinschaften von selbst genutzten und vermieteten Gebäuden. Die Antragstellung erfolgt über die Kommune.

Maximal 520.000 Euro Fördergelder pro Kommune

Das Fördervolumen wird für längstens zwei Jahre gewährt und beträgt maximal 520.000 Euro pro Kommune. Von dieser Summe kann die Kommune jährlich 20.000 Euro für die Beauftragung eines Planungsbüros verwenden, das eine begleitende Beratung der privaten Eigentümer, die fachliche Prüfung und die Umsetzung der Maßnahme durchführt. Die Förderhöhe beträgt 60 bis 85 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben und wird von der jeweiligen Kommune festgesetzt.

Voraussetzungen für eine Förderung

Das für eine Förderung vorgesehene Stadtgebiet muss stark versiegelt sein und nachweislich als bioklimatisch hoch belastet oder überwärmt eingestuft sein. Darüber hinaus müssen unter anderem folgende Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt sein:

  • Die Gestaltung soll vorrangig die mikroklimatische Situation vor Ort verbessern und den Erholungswert für die Bewohner steigern. Die Freiflächen müssen für alle Bewohner zugänglich sein.
  • Der Anteil der Grün- und Vegetationsflächen sowie der sonstigen versickerungsfähigen Flächen muss gegenüber den versiegelten Flächen deutlich höher sein.
  • Die Kosten der Umgestaltung dürfen nicht auf die Miete umgelegt werden.
  • Vorrangig sind einheimische Pflanzen zu verwenden und pro 100 Quadratmeter Hoffläche muss ein gebietstypischer Laubbaum gepflanzt werden.

Mehr zu Hessens überarbeiteter Klimarichtlinie, die seit dem 17. September in Kraft ist, lesen Sie in der TASPO 43/2019, die Sie in unserem Online-Shop abrufen können.