Wirtschaft & Politik

Hilfsprogramm für Obst- und Gemüsebauern gefordert

, erstellt von

Um Mehrkosten bei der Produktion von Obst und Gemüse zu kompensieren, forderten der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV), der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer sowie die Land- und Forstwirtschaftliche Arbeitgebervereinigung gemeinsam die Schaffung eines Hilfsprogramms, welches speziell auf die Anforderungen der Obst- und Gemüseproduzenten zugeschnitten ist.

Im Rheinland fordern drei Branchenverbände Unterstützung für die Obst- und Gemüsebauern. Foto: GMH

Mehrkosten für produzierende Betriebe

Die Anforderungen in Bezug auf Hygiene und Sicherheit sind aktuell in allen Bereichen lang. Davon betroffen sind auch zahlreiche produzierende Betriebe im Rheinland, auf die Mehrkosten und ein erhöhter Aufwand durch die Einreise der Erntehelfer per Flugzeug, reduzierte Kapazitäten in den Unterkünften, Hygienemaßnahmen wie Handschuhe, Desinfektionsmittel und Atemschutz zukommen. Dadurch sind den Obst- und Gemüsebauern im Rheinland große Mehrkosten bei der Beschäftigung von Saisonarbeitskräften entstanden. Die regionalen Verbände baten in einem gemeinsamen Schreiben an die nordrhein-westfälischen Minister Ursula Heinen-Esser (NRW-Landwirtschaftsministerin) und Lutz Lienenkämper (NRW-Finanzminister) um ein Hilfsprogramm für diese besonders betroffenen Bauern.

 Mehraufwand von 500 Euro pro Saisonarbeiter

„Das Rheinland ist eine der größten Anbauregionen Deutschlands für Obst und Gemüse“, begründeten die drei Verbände in ihrem Brief die Forderungen nach Unterstützung. Die Ernte der Erzeugnisse sei seit vielen Jahren mangels geeigneter heimischer Arbeitnehmer auf Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa angewiesen. „Wir sind der Politik sehr dankbar dafür, dass sie die Einreise der Erntehelfer aus Osteuropa trotz der strengen Einreiseauflagen möglich gemacht hat“, betonen sie weiter. Dennoch sei den Betrieben durch die besonderen Umstände bei der Beschäftigung von Saisonarbeitskräften erheblicher finanzieller Zusatzaufwand entstanden. „Wir gehen von einem Mehraufwand für die Arbeitgeber von mehr als 500 € je Saisonarbeitskraft aus“, beziffern die Verbände ihre Einschätzungen der Mehraufwände. Bedauerlicherweise   konnten   bei   der   Abgabe   der   Erzeugnisse an den Handel diese zusätzlichen Ausgaben allerdings nicht durch entsprechende Mehrerlöse aufgefangen werden, was zu einer existenzbedrohlichen Situation für etliche Betriebe führe.

Niedersachsen gewährt Zuschüsse

Vor eben genau diesem Hintergrund habe beispielweise Niedersachsen Zuschüsse in Höhe von 150 € pro beschäftigter Saisonarbeitskraft für die produzierenden Betriebe gewährt (TASPO Online berichtete). „Durch diese auf ein Bundesland beschränkte Hilfsmaßnahme wird der Wettbewerb zu Lasten der hiesigen Betriebe erheblich verzerrt. Wir bitten deshalb darum, auch in NRW eine finanzielle Unterstützung der Sonderkulturbetriebe, die Saisonarbeitskräfte beschäftigen, auf den Weg zu bringen”, fordern die Verbände abschließend.

Cookie-Popup anzeigen