Wirtschaft & Politik

Insektenschutz in Meck-Pomm wird strategisch fortgesetzt

, erstellt von

Im April 2018 präsentierte Mecklenburg-Vorpommern die Grundzüge seiner Insektenstrategie „Mehr Respekt vor dem Insekt“. Die als Teil der Strategie geplante Zusammenarbeit der Landesforstanstalt in Malchin und der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe in Gülzow-Prüzen wird nun mit Bundesmitteln unterstützt.

Mecklenburg-Vorpommern will mit seiner Insektenstrategie dem Insektensterben entgegenwirken. Foto: Pixabay

Dem Bienensterben entgegenwirken

Die von Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus im vergangenen Jahr vorgestellte Insektenstrategie gewinnt immer mehr an Bedeutung. Vor dem Hintergrund des kürzlich in Bayern für Aufmerksamkeit sorgenden Volksbegehrens „Rettet die Bienen“, plant das Land Mecklenburg-Vorpommern dem Insektensterben gezielt mit weiteren Projekten entgegenzuwirken.

„Der Wert der Bienen für den Erhalt der Artenvielfalt und das Überleben der Menschheit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden“, betont Backhaus. „Die Honigbienen und vor allem die Wildbienen und Hummeln übernehmen rund 80 Prozent der Bestäubung der Nutz- und Wildpflanzen, zum Beispiel von Obstbäumen und Gemüse sowie Feldfrüchten, wie Raps oder Bohnen.“

In diesem Zusammenhang fordert Backhaus eine wachsende Sensibilität für wildlebende Insekten und für Honigbienen sowie eine verstärkte Zusammenarbeit von Landwirten und Imkern. Das Bundesland bietet bereits mit mehr als elf Prozent ökologisch bewirtschafteter Flächen und einem Anteil von 20 Prozent Dauergrünland an der der landwirtschaftlich genutzten Fläche, mit Grün- und Blühstreifen sowie Streuobstwiesen einen Lebensraum für Insekten.

Meck-Pomm: Bundesmittel für neues Projekt

Mecklenburg-Vorpommern zielt mit „Mehr Respekt vor dem Insekt“ zielt auf eine bundesweite Abstimmung der Forschung und eine bessere Vernetzung vorliegender Forschungsergebnisse ab. Mit Bundesmitteln in Höhe von 1,6 Millionen Euro will die Landesforstanstalt in Malchin und die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe in Gülzow-Prüzen ein auf drei Jahre angelegtes Projekt zur Verbesserung der Lebensräume von Insekten im Wald umsetzen.

Waldbesitzer sollen so aktiv in die Förderung der Insektenvielfalt einbezogen werden. Um den genetischen Austausch einzelner Populationen wieder zu ermöglichen, werden voneinander getrennte Waldabschnitte über Hecken, die Pflanzung von Baumgruppen und die Einbeziehung von insektenfreundlich gestalteten Strom- oder Bahntrassen miteinander verbunden.

Insbesondere für Wildbienen stellen Streuobstwiesen einen wichtigen Lebensraum dar. Das Bundesland nutzt hier mit dem Streuobstgenussschein seine Stellung als Wegbereiter aus und ist damit das erste und einzige in Deutschland, welches mit dem Genussschein auch Privatpersonen eine Finanzierung von der Anlage und Pflege von Streuobstwiesen ermöglicht.

Maßnahmen werden positiv angenommen

Der im Sommer 2018 vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern veröffentlichte Bienenweidenkatalog soll zudem Land- und Forstwirten, Haus- und Kleingärtnern sowie Bewirtschaftern von öffentlichen Flächen und einzelnen Bürgern bei der Gestaltung von Bienenweiden helfen. Diese sind so anzulegen, dass Bienen und anderen Insekten vom Frühjahr bis in den September hinein ein umfangreiches Angebot an Nektar, Pollen und Honigtau zur Verfügung steht.

Mit Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnamen wie dem Anbau blühender Haupt- und Zwischenfrüchte, extensiver Grundbewirtschaftung oder ökologischem Landbau tragen Landwirte zum Bienen- und Insektenschutz bei. „Die Maßnahmen werden von den Landwirten gut angenommen und inzwischen auf 320.000 Hektar und damit auf einem Drittel der gesamten Ackerfläche umgesetzt“, so Backhaus. Als erstes Bundesland führte Mecklenburg-Vorpommern zudem die Förderung von Blühstreifen und Blühflächen ein. Im vergangenen Jahr nutzten 660 Betriebe mit rund 7000 Hektar die Förderung.

Auch Gartenbesitzer wie die etwa 80.000 Kleingärtner des Landes können helfen, das Nahrungsangebot und die -vielfalt zu erhalten, indem sie bienenfreundliche Pflanzen für die Gestaltung ihrer Gärten einbeziehen. In städtischen Regionen wie dem Schweriner Schlossparkcenter sorgen mit Blumen und Klee aufgewertete Dachbegrünungen für ein Bienenparadies in der Nähe des benachbarten Schlossgartens.

MV: Projekte für ein bienenfreundlicheres Zusammenleben

Ein weiteres Projekt stellt der im vergangenen Jahr veranstaltete Wettbewerb „Bienenfreundliche Gemeinde“ dar, bei dem die teilnehmenden Gemeinden unter anderem regionale Imkerverbände in die Flächennutzungs- und Freiraumplanung und in Pflegekonzepte der Parkanlagen einbezogen und des öffentlichen Grüns einbezogen und Brachflächen in bienenfreundliche Grünflächen verwandelten.

Der Anteil der Jung- und Neu-Imker wächst jährlich. Insgesamt sind im Land ca. 2.700 Imker tätig, die ca. 27.000 Bienenvölker halten. Mit ca. 400.000 Euro fördert das Land aktuell jährlich die Imkerei. Investiert werden sie unter anderem in Mittel für Imkerschulungen, Medikamente für Bienenvölker, Bienenzuchtprogramme, Honiganalysen, Bienenlehr- und Schaugärten und für imkerliches Werkzeug.