Wirtschaft & Politik

Insolvenzverfahren gegen Gewächshausbauer GlasMetall eröffnet

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Durch die im März 2018 erfolgte Übernahme des Gewächshausbauers Siedenburger Stahl + Glasbau wollte die GlasMetall GmbH zum bundesweit größten Spezialisten für den Bau von Gartencentern werden – jetzt hat das Unternehmen aus Rahden selbst Insolvenz angemeldet. Als Grund werden Liquiditätsschwierigkeiten genannt.

Die GlasMetall GmbH hat am 12. Februar Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Symbolfoto: Pixabay

GlasMetall GmbH hofft auf Sanierung des Unternehmens

Wie das Westfalen-Blatt am vergangenen Freitag berichtete, hat die GlasMetall GmbH am 12. Februar beim zuständigen Amtsgericht Bielefeld einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Den Ausschlag dafür hätten Liquiditätsschwierigkeiten gegeben, aufgrund derer keine reguläre Fortführung des Unternehmens möglich sei. Jetzt hoffe der in finanzielle Schieflage geratene Betrieb, die GlasMetall GmbH im Zuge des Insolvenzverfahrens sanieren zu können.

Rüdiger Wolf, Geschäftsführer der insolventen Firma, rechnet sich dem Bericht zufolge gute Chancen auf eine erfolgreiche Fortführung des Unternehmens aus. Das lasse unter anderem die gute Auftragslage des Betriebs erwarten.

Neun Millionen Euro für Bau neuer Unternehmensgebäude investiert

Erst im vergangenen Jahr hatte die GlasMetall GmbH neun Millionen Euro für den Bau neuer Geschäftsräume im Gewerbegebiet Rahden-Süd investiert. Wie die Neue Westfälische anlässlich des Ende August 2019 erfolgten Spatenstichs berichtete, hatte das Unternehmen auf einem rund 37.000 Quadratmeter großen Grundstück seine beiden bisherigen Standorte in der westfälischen Gemeinde an einem Ort zusammenführen wollen.

Geplant waren demnach die Errichtung zweier Fertigungshallen und eines Verwaltungsgebäudes. Bereits in diesem Sommer sollte in der neuen Halle für Stahlfertigung der Betrieb aufgenommen werden, bis Ende 2020 sollte zudem die Halle für die Alu-Fertigung fertiggestellt und Mitte 2021 schließlich das neue Verwaltungsgebäude bezogen werden.

Gehälter der Mitarbeiter für drei Monate über Insolvenzgeld gesichert

Am vergangenen Donnerstag jedoch berichtete das Westfalen-Blatt, dass die Bauarbeiten an den noch unfertigen Hallen ruhen und Lieferfirmen die vor Ort befindlichen Baumaterialien von der Baustelle abtransportieren würden. Zudem wurden nach Informationen des Blattes von der GlasMetall GmbH bereits im vergangenen Jahr mehrere Kündigungen ausgesprochen und sofortige Freistellungen vollzogen. Insgesamt 150 Mitarbeiter beschäftigte der 1996 gegründete Glas- und Metallbauer nach eigenen Angaben zuletzt, deren Gehälter über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert sein sollen, wie GlasMetall-Geschäftsführer Wolf gegenüber dem Westfalen-Blatt erklärte.

Zum 1. März 2018 hatte das Unternehmen zudem die insolvente Siedenburger Stahl + Glasbau inklusive 51 Mitarbeitern übernommen. Beide Firmen sollten der damaligen Presseerklärung zufolge in den auf die Übernahme folgenden anderthalb Jahren an einem Standort konsolidiert werden.

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