Wirtschaft & Politik

Interview: Rückenwind für Grüne Berufe

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Seit gut einem Monat ist Julia Klöckner neue Bundeslandwirtschaftsministerin und als Mitglied der Bundesregierung für die Ausrichtung der deutschen Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik verantwortlich. In ihrem ersten Interview mit der TASPO spricht die Ministerin darüber, was den Gartenbau in Zukunft seitens der Regierung erwartet.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner stammt aus einer Winzerfamilie und signalisiert Rückenwind aus der Politik für Grüne Berufe. Foto: CDU Rheinland-Pfalz

Was sind die ersten Schritte, die Sie im Gartenbau planen?

Der Gartenbau ist eine Branche mit viel Unternehmergeist und Schaffenskraft. Ich will diese Leistungsfähigkeit erhalten und gezielt die Wettbewerbsstellung von kleineren und mittleren Betrieben auf den europäischen und internationalen Märkten stärken. Wir arbeiten daher weiter daran, Hemmnisse beim Export gesunder Pflanzen abzubauen.

Im Koalitionsvertrag haben wir uns darauf verständigt, das Bundesprogramm für Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau fortzuführen und den Torfeinsatz zu reduzieren. Unser Ziel sind klimafreundliche und praktikable Alternativen zur Torfminderung. Hier werden wir gemeinsam mit der Branche an Lösungen arbeiten.

Wie könnten Nachfolgeprobleme in den Betrieben entschärft werden?

Gartenbau-Betriebe sind überwiegend Familienbetriebe. Bei Entscheidungen über die Betriebsnachfolge spielen oft Fragen eine Rolle, die die Politik nicht beantworten kann. Damit aber die nächste Generation bei der bewussten Entscheidung für einen Grünen Beruf eine Perspektive hat, muss die europäische Agrarpolitik für Rückenwind sorgen. Das will ich erreichen – etwa durch eine spürbare Vereinfachung und weniger Bürokratie in der GAP.

Wie könnte man dem Arbeitskräftemangel im Gartenbau entgegen steuern?

Für alle Grünen Berufe ist es wichtig, aufgeschlossene und engagierte Jugendliche für eine Aus- oder auch Weiterbildung zu begeistern. Die qualifizierte duale Ausbildung im Gartenbau-Bereich ist daher sehr wichtig. Wir werden uns außerdem auch weiterhin für den Erhalt von universitärer Lehre und Forschung im Gartenbau stark machen.

Aber auch die Betriebe sind in der Pflicht: Nur wenn Entwicklungschancen und attraktive Löhne geboten werden, können weiterhin genug neue Fachkräfte nachwachsen.

Das komplette Interview mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner lesen Sie in der TASPO 15/2018, die am 13. April erschienen ist.