Wirtschaft & Politik

Invasive Arten: Droht dem Gartenbau Millionenschaden?

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Die EU-Liste der invasiven Arten bereitet dem Gartenbau weiter Kopfzerbrechen. Denn das Inkrafttreten der EU-Durchführungsverordnung 2017/1263 am 2. August könnte unter anderem ein sofortiges Produktions- und Vermarktungsverbot für Pennisetum setaceum bedeuten. TASPO Online hat bei Dr. Hans Joachim Brinkjans, Stellvertretender Generalsekretär des Zentralverbands Gartenbau (ZVG), nachgehakt.

Droht ab 2. August ein sofortiger Produktions- und Verkaufsstopp für die in der EU-Liste aufgeführten invasiven Arten wie Pennisetum setaceum?

Ja, bei sehr enger, rechtsförmlicher Auslegung der Verordnung. Dies halten wir aber nicht für vertretbar. Aufgrund der Tatsache, dass Pennisetum setaceum in Deutschland nicht invasiv und nicht winterhart ist, sehen wir die Voraussetzungen für die Anwendung der einjährigen Übergangsfrist als gegeben an.

Der ZVG hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass Pennisetum setaceum für den Gartenbau von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist. Welches Ausmaß könnte ein sofortiger Verkaufsstopp für die betroffenen Gärtner haben?

Wir gehen von über zwei Millionen Stück aus. Das heißt, es droht ein Millionenschaden.

Welche Schritte unternimmt der ZVG, um die Gärtner möglichst vor diesem Millionenschaden zu bewahren?

Wir haben Staatssekretär Flasbarth dringend zur Klarstellung aufgefordert, dass eine einjährige Übergangsfrist für den Verkauf von Pennisetum setaceum gilt. Um den wirtschaftlichen Schaden für unsere Betriebe möglichst gering zu halten, haben wir nach Alternativen recherchiert. Wir gehen aufgrund der EU-Vorschriften davon aus, dass sterile Sorten nicht von einem Produktions- und Verkaufsstopp betroffen sind. Über die konkreten Sorten haben wir unsere Mitglieder informiert.