Wirtschaft & Politik

Invasive Arten: Mammutblatt und Lampenputzergras

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Mammutblatt und afrikanisches Lampenputzergras sind auf der EU-Liste der invasiven Arten gelandet. Eine Entscheidung, die laut Zentralverband Gartenbau (ZVG) revidiert werden muss.

ENA, Copa-Cogeca und ZVG protestierten vorab gegen die Aufnahme des Mammutblatts in die EU-Liste der invasiven Arten.

Gunnera tinctoria und Pennisetum setaceum für gärtnerischen Fachhandel bedeutsam

Vorgestern hatte der EU-Mitgliedsausschuss über ein Update der EU-Liste invasiver Arten abgestimmt. Zwölf weitere Einträge wurden der Liste nun durch das Abstimmungsergebnis nun hinzugefügt. Für den heimischen Gartenbau ist die Erweiterung ärgerlich, landeten das Mammutblatt (Gunnera tinctoria) und das afrikanische Lampenputzergras (Pennisetum setaceum), laut ZVG wirtschaftlich sehr bedeutsam für den gärtnerischen Fachhandel, auf der Liste invasiver und gebietsfremder Arten.

Der ZVG reagiert auf das Ergebnis mit großem Unverständnis und möchte das Urteil der EU-Mitgliedsstaaten revidiert sehen. Generalsekretär Bertram Fleischer erklärt dazu:

ZVG: weder Gunnera tinctoria noch Pennisetum setaceum invasiv

„Der Zentralverband Gartenbau ist seit Beginn der Verhandlungen über eine Verordnung zu invasiven, gebietsfremden Arten auf EU-Ebene mit den EU-Institutionen im Gespräch und im Austausch. Wir haben deutlich gemacht, dass eine Listung von Gunnera tinctoria und Pennisetum setaceum jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehrt. Gunnera tinctoria und Pennisetum setaceum entsprechen nicht den Kriterien wie sie in der Verordnung für invasive Arten mit unionsweiter Bedeutung gelistet sind. Da beide Pflanzenarten im Großteil der jeweiligen Unionsgebiete nicht winterhart sind, kann eine unionsweite Invasion beziehungsweise Verdrängung anderer Arten ausgeschlossen werden. Entsprechend ist auch eine unionsweite Bedeutung nicht erkennbar.“

EU-Liste invasiver Arten: ENA, Copa-Cogeca und ZVG protestierten vorab

Auch der Europäische Baumschulverband ENA und der landwirtschaftliche, europäische Dachverband Copa-Cogeca, hatten die Pläne, beide Arten in die EU-Liste aufzunehmen, schon im Vorfeld der Abstimmung kritisiert. Außerdem sei es dringend erforderlich, die EU-Verordnung zu ändern und die Kriterien für die Listung von Arten schärfer zu fassen. Nationale Probleme müssten national gelöst werden. Die Verordnung müsse das Subsidiaritätsprinzip achten. Dies sei derzeit nicht der Fall, so der ZVG.