Wirtschaft & Politik

IVA: Düngemittel-Hersteller vor Herausforderungen

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Der Industrieverband Agrar (IVA) sieht seine Mitglieder aktuell im Wettbewerb benachteiligt. Hohe Energiekosten und unfaire Handelspraktiken benachteiligen deutsche und europäische Produzenten von Düngemitteln demnach.

Die Düngemittel-Industrie sieht sich aktuell mit großen Herausforderungen konfrontiert. Symbolfoto: Franz W./ Pixabay

Preis für Erdgas auf Rekordhoch

Erdgas sei bei der Herstellung von Ammoniak und Stickstoffdüngemitteln sowohl als Rohstoff, als auch als Energiequelle von entscheidender Bedeutung. Die Interessenvertretung der agrochemischen Industrie in Deutschland sieht die Düngemittel-Industrie daher aktuell vor großen Herausforderungen, da sich der Preis für Erdgas derzeit auf einem Rekordhoch befinde. Auch die stark gestiegenen Preise für CO2-Zertifikate im Emissionshandel machen den Betrieben zu schaffen. Eine betriebswirtschaftliche Produktion von Ammoniak sei daher aktuell kaum möglich, da Stickstoffdünger bereits auf einem hohen Preisniveau angekommen sind und Kostensteigerungen kaum mehr möglich seien. Unter diesen Voraussetzungen appelliert der IVA an die künftige Bundesregierung und auch an die EU-Kommission, eine ausreichende Versorgung mit bezahlbarem Erdgas sicherzustellen.

Unfaire Subventionierung kritisiert

„In diesem Zusammenhang weisen die europäischen Düngemittel-Hersteller Forderungen zurück, auf EU-Ebene erlassene, handelsrechtliche Maßnahmen gegen unfaire Handelspraktiken von Herstellern aus Drittstaaten wie Russland oder Trinidad und Tobago aufgrund der hohen Düngemittelpreise auszusetzen. Die aus Sicht unserer Industrie unfaire Subventionierung von Erdgas für Produzenten in diesen Ländern existiert weiterhin, und die Benachteiligung europäischer und deutscher Hersteller nimmt durch die weiter steigenden Kosten für Erdgas, Logistik und durch klimapolitische Maßnahmen zu. Die hohen Düngemittelpreise sind auf diese Aspekte zurückzuführen“, erklärt Dr. Sven Hartmann, Leiter der Fachbereiche Pflanzenernährung und Biostimulanzien im IVA.

Klimaneutrale Produktion benötigt hohe Investitionen

Generell sehe man die chemische Industrie, im Besonderen die Ammoniak- und Düngemittel-Industrie vor gewaltigen Herausforderungen stehen. Es soll eine klimaneutrale Produktion geschaffen werden, doch um CO2-freien, grünen Ammoniak zu produzieren, müsse grüner Wasserstoff in ausreichender Menge verfügbar sein. Zudem müsse man Produktionsanlagen umrüsten. Diese Kosten müssen irgendwie erwirtschaftet werden, was durch einen ungleichen Wettbewerb nicht möglich sein und heimische Produzenten so konsequent aus dem Markt verdrängt werden.

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