Wirtschaft & Politik

Jahreswechsel: Das ändert sich ab 2020 nach dem Gesetz

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Das Bürokratieentlastungsgesetz (BEG) III, das bereits im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde, und das Jahressteuergesetz 2019, das nach Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten zum Jahreswechsel in Kraft treten kann, enthalten für Unternehmen wichtige Aspekte, etwa die steuerliche Vergünstigung für Elektro-Nutzfahrzeuge oder das Aus für den sogenannten „Gelben Schein“.

Für rein elektrische Liefer- oder andere Nutzfahrzeuge gelten ab 2020 steuerliche Vergünstigungen. Foto: Pixabay

Jahressteuergesetz: E-Nutzfahrzeuge mehr gefördert

Das Jahressteuergesetz 2019 enthält laut Bundesregierung und Bundesrat unter anderem folgende Regelungen:

  • Für rein elektrische Liefer- oder andere Nutzfahrzeuge und elektrisch betriebene Lastenfahrräder wird eine Sonderabschreibung von 50 Prozent im Jahr der Anschaffung eingeführt – zusätzlich zur regulären Abschreibung. Die Regelung gilt ab 2020 und ist bis Ende 2030 befristet.
  • Bei der Dienstwagen-Besteuerung wird die Befristung der seit 1. Januar 2019 halbierten Bemessungsgrundlage für private Nutzung eines betrieblichen Elektro- oder extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugs bis Ende 2021 auf Ende 2030 verlängert. Sie sind bis dahin nur mit 0,5 Prozent des Listenpreises zu bewerten.
  • Das steuerfreie elektrische Aufladen eines Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugs im Betrieb des Arbeitgebers bis Ende 2020 wird bis Ende 2030 verlängert. Das gleiche gilt für die zeitweise Überlassung einer betrieblichen Ladevorrichtung zur privaten Nutzung.
  • Die seit 2019 geltende und bis Ende 2021 befristete Steuerbefreiung für die Überlassung eines betrieblichen Fahrrads gilt auch für Elektrofahrräder und wird bis Ende 2030 verlängert.

Viele Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers steuerbefreit

Steuerbefreit werden Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers für Maßnahmen nach § 82 Absatz 1 und 2 SGB III (... die über ausschließlich arbeitsplatzbezogene kurzfristige Anpassungsfortbildungen hinausgehen oder wenn der Erwerb des Berufsabschlusses mit festgelegter Ausbildungsdauer von wenigstens zwei Jahren in der Regel mindestens vier Jahre zurückliegt). Steuerbefreit werden ebenfalls Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers, die der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit des Arbeitnehmers dienen, wobei die Weiterbildung keinen überwiegenden Belohnungscharakter haben darf.

Durch das Bürokratieentlastungsgesetz III soll eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) den bisherigen Krankenschein aus Papier zum 1. Januar 2022 ablösen. Dann sollen die Krankenkassen den Arbeitgeber auf Abruf elektronisch über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit der gesetzlich versicherten Arbeitnehmer informieren.

„Gelber Schein“ fällt nicht vollständig weg

Anders noch als im Referentenentwurf erfolgt laut Krankenversicherung Barmer der „Wegfall der gelben Zettel“ jedoch nicht vollständig: So erhalten Arbeitnehmer vom behandelnden Arzt auch weiterhin eine Bestätigung über die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit. Sollte es zu technischen Problemen bei Anforderung oder Übermittlung der elektronischen Daten kommen, bleibe der Arbeitnehmer weiterhin in der Verpflichtung zur Vorlage der Papierbestätigung.

Daneben fällt ab 1. Juli 2020 die Anmeldepflicht zur Unfallversicherung für Unternehmer weg, die eine Gewerbeanzeige erstattet haben. Firmengründer, müssen ab 1. Januar 2021 ihre Umsatzsteuervoranmeldungen nur noch vierteljährlich statt bisher monatlich abgeben.

Weitere Änderungen ab 2020 laut dem Bürokratieentlastungsgesetz III

Folgende Änderungen gelten laut dem Bürokratieentlastungsgesetz III ab 1. Januar 2020:

  • Die umsatzsteuerliche Kleinunternehmergrenze steigt von 17.500 Euro auf 22.000 Euro Vorjahresumsatz.
  • Anhebung der lohnsteuerlichen Pauschalierungsgrenze von 62 Euro auf 100 Euro für Beiträge zu einer Gruppenunfallversicherung.
  • Anhebung des steuerfreien Höchstbetrags für betriebliche Gesundheitsförderung von 500 Euro auf 600 Euro.
  • Anhebung der Arbeitslohngrenze zur Lohnsteuerpauschalierung bei kurzfristiger Beschäftigung von 72 Euro auf 120 Euro pro Arbeitstag. Außerdem erhöht sich der pauschalierungsfähige durchschnittliche Stundenlohn von zwölf Euro auf 15 Euro.
  • Einführung der Text- statt Schriftform für die Mitteilung einer Entscheidung des Arbeitgebers über einen Teilzeitwunsch.

Enthalten ist darüber hinaus folgende Erleichterung bei der Archivierung elektronisch gespeicherter Steuerunterlagen: Bei einem Wechsel der Steuersoftware verkürzt sich für Unternehmen die Pflicht, die alten Datenverarbeitungsprogramme in Betrieb zu halten, von zehn auf fünf Jahre, wenn ein Datenträger mit den gespeicherten Steuerunterlagen vorhanden ist. Ab wann diese Erleichterung greift, wird noch bekannt gegeben.