Wirtschaft & Politik

Kommunen wollen Friedhofsgebühren in 2011 erhöhen

Durchschnittlich um etwa zehn Prozent seien in der ersten Hälfte 2010 die Friedhofsgebühren der Kommunen gestiegen. Darauf verwies die Verbraucherorganisation Aeternitas. 2011, so wird der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, zitiert, müsse mit weiteren Gebührenerhöhungen gerechnet werden. Schuld seien sich weiter vergrößernde Haushaltslöcher der Kommunen sowie die Defizite aus den Vorjahren.

Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfer von Ernst Young aus dem Sommer 2010 gaben 84 Prozent der Kommunen an, im Jahr 2011 voraussichtlich Steuern und Gebühren zu erhöhen.

Im Gegensatz dazu hält Aeternitas eine weitere Steigerung der Friedhofsgebühren nicht für gerechtfertigt. Gebühren würden dazu dienen, die jeweils anfallenden Kosten zu finanzieren. Ein Beitrag zum Defizitausgleich des städtischen Haushalts ist im Gebührenrecht nicht vorgesehen.

Den Aufwand für Friedhöfe und Bestattungen verursachen weit überwiegend die Personalkosten. Diese – so sagt die Verbraucherorganisation – würden 2011 aber höchstens um drei Prozent steigen. Zugleich sinke voraussichtlich der Kapitaldienstanteil an den Friedhofsaufwendungen. Nach einer „Zehn-Prozent-Runde“ im Jahr 2010 bestehe vorerst jedenfalls kein Bedarf für weitere Erhöhung der Friedhofsgebühren.

Aeternitas beziffert die Friedhofsgebühren bei Familiengräbern auf durchschnittlich etwa 2.500 Euro pro Grabstelle. Gebühren von 3.500 Euro zählen zum oberen Segment und die Spitzenreiter lägen schon über 5.000 Euro.

Eine zunehmende Zahl an Beschwerden über zu hohe Friedhofsgebühren ist nach Angabe der Verbraucherorganisation zu erwarten.