Wirtschaft & Politik

Masterplan Stadtnatur: BdB fordert massive Investitionen

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Mehr Natur in Deutschlands Städte bringen: Das will der Masterplan Stadtnatur von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, den das Bundeskabinett heute verabschiedet hat. Ein starkes Signal für lebenswerte Städte, findet der Bund deutscher Baumschulen – und fordert massive Investitionen in den Ausbau der Grünen Infrastruktur.

Gerade Bäume fungieren in Städten als als CO2-Speicher, Feinstaubfilter und natürliche Klimaanlage. Foto: Graf von Luckner/BdB

26 Maßnahmen für mehr Stadtgrün

Insgesamt 26 Maßnahmen beinhaltet der Masterplan Stadtnatur, darunter die Schaffung eines neuen Förderschwerpunkts Stadtnatur im Bundesprogramm Biologische Vielfalt und die Entsiegelung von Böden. Gefördert werden sollen außerdem innovative Ideen für Fassaden- und Dachbegrünungen, Kinder und Jugendliche sollen sich häufiger in Schulgärten austoben dürfen und für urbane Gärtner sind Ökologie-Schulungen geplant.

Auch der Schutz von Insekten spielt im heute beschlossenen Masterplan Stadtnatur eine Rolle. So will Bundesumweltministerin Schulze Medienberichten zufolge einen deutschlandweiten Wettbewerb ausloben, dessen Ziel sein soll, Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. wieder in dicht besiedelte und versiegelte Ballungsräume zu locken.

Leistungsfähiges Stadtgrün der Schlüssel für lebenswerte Städte

Dass mit dem heutigen Beschluss das Thema Stadtgrün endlich im Fokus der Bundesregierung steht, begrüßt der Bund deutscher Baumschulen (BdB) nach eigenem Bekunden ausdrücklich. „Der Kabinettsbeschluss ist ein starkes Signal für lebenswerte Städte. Denn ein leistungsfähiges Stadtgrün ist der Schlüssel dafür“, so der BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl.

So seien grüne Städte etwa im Sommer deutlich kühler als „Betonwüsten“, was gerade Hitzesommer für die Bevölkerung erträglicher machen und sogar die Zahl hitzebedingter Tode verringern könne. Bei der „Beherrschung des Klimawandels“, so der BdB, übernehmen Pflanzen und insbesondere Bäume wichtige Funktionen als CO2-Speicher, Feinstaubfilter und natürliche Klimaanlage.

BdB sieht Investitionsbedarf von über zwei Milliarden Euro

„Unsere Unternehmen forschen daran, wie die Grüne Infrastruktur für den Stadtraum des Klimawandels fit gemacht werden kann. Dazu gehören neue Baumsorten und Arten, die durch die Züchtung und durch die Sichtung in anderen Ländern identifiziert werden. Die Auswahl der Bäume am jeweiligen Standort ist entscheidend dafür, dass sie ihre Funktion für Natur und Mensch erfüllen können“, erklärt Guhl.

Jetzt sei die öffentliche Hand gefordert, die in diesem Zusammenhang endlich mehr Geld in die Hand nehmen und massiv in die Grüne Infrastruktur investieren müsse. „Denn hier ist, wie auf vielen anderen Feldern der Infrastruktur großer Nachholbedarf“, so Guhl.

Den Investitionsbedarf für Pflanzung und Pflege in den kommenden Jahren schätzt der Bund deutscher Baumschulen demnach auf über zwei Milliarden Euro.