Wirtschaft & Politik

Mehrwertsteuersenkung für Obst und Gemüse gefordert

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Um den Absatz pflanzlicher Produkte zu fördern, fordern Sozial-, Verbraucher- und Umweltschutzverbände die zukünftige Bundesregierung dazu auf, den Mehrwertsteuersatz von frischem Obst und Gemüse, sowie Hülsenfrüchten und pflanzlichen Milchersatzprodukten so weit wie möglich zu senken.

Verschiedene Verbände fordern eine Mehrwertsteuersenkung für Obst und Gemüse. Foto: Domokus / Pixabay

Mehrheit der Bürger für steuerliche Anreize

Zu den zukünftigen Herausforderungen der Gesellschaft wird es gehören, den Klimawandel aufzuhalten und den CO2-Ausstoß zu senken. Die drei Verbände Sozialverband VdK, Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und Greenpeace haben sich vor diesem Hintergrund zusammengetan und fordern die zukünftige Bundesregierung dazu auf, den Mehrwertsteuersatz auf frisches Obst und Gemüse so weit wie möglich zu senken. Dadurch sollen Anreize für eine gesunde sowie klimaverträgliche Ernährung gesetzt werden. Ihre Forderung stützen die Verbände auf eine repräsentative Umfrage im Auftrag der vzbv, bei der 81 Prozent der Bürger:innen steuerliche Anreize befürworten, um umwelt- und klimaverträglichen Konsum zu fördern.

Obst und Gemüse sind klimafreundliche Lebensmittel

Neben klimapolitischen und gesundheitlichen Aspekten sehen die Verbände in einer Mehrwertsteuersenkung bei Obst und Gemüse zudem einen Ausgleich zum aktuellen Preisanstieg bei Lebensmitteln. Außerdem könne dadurch der Fleischkonsum, der laut Mitteilung der Verbände als besonders klimaschädlich gelte, eingeschränkt werden. „Dazu sollten Obst und Gemüse als klimafreundliche Lebensmittel günstiger und klimaschädliche Lebensmittel wie Fleisch und Milch nicht länger durch Subventionen verbilligt werden", verdeutlicht Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace.

Für Bezahlbare Ernährung sorgen

„Es ist Aufgabe der Bundesregierung, die vom Klimaschutzgesetz vorgegebenen Emissionsziele zu erreichen. Deshalb muss sie dafür sorgen, dass eine gesunde, umwelt- und klimaverträgliche Ernährung für alle Verbraucherinnen und Verbraucher möglich und bezahlbar ist, zum Beispiel durch eine Mehrwertsteuersenkung auf Obst und Gemüse", sagt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands. „Gerade Kinder und Ältere sind auf gesunde, frische Lebensmittel angewiesen. Chronische Erkrankungen und Medikamente erfordern eine besondere Ernährung. Gesundes Essen trägt wesentlich zu einer höheren Lebenserwartung bei. Schon bisher reichten die 5,09 Euro pro Tag aus dem Regelsatz dafür nicht. Die Inflation macht es nun vollends unmöglich“, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele.

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