Wirtschaft & Politik

Ministerin Klöckner im Dialog mit Gartenbau

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Über aktuelle gartenbaupolitische Themen tauschten sich am Freitag der Zentralverband Gartenbau (ZVG) und Bundesagrarministerin Julia Klöckner aus. Einen praktischen Eindruck von der gärtnerischen Arbeit konnte die Politikerin dabei im Gartenbau-Betrieb von Kientzler Jungpflanzen gewinnen.

Andreas Kientzler (r.) erklärt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (2. v. l.) im Beisein von ZVG-Präsident Jürgen Mertz (2. v. r.) und Volker Schmitt, Präsident des Landesverbands Gartenbau Rheinland-Pfalz, moderne und innovative Zierpflanzenzüchtung. Foto: ZVG/Peters

Gartenbau profitiert von Forschung und Innovation

Mit dem Besuch war Klöckner der Einladung des ZVG gefolgt. Der auf die vegetative Vermehrung von Zierpflanzen und die Produktion hochwertiger Jungpflanzen spezialisierte Betrieb Kientzler war für den Termin bewusst gewählt, weil er laut Zentralverband ein gutes Bild davon vermittle, wie zukunftsorientiert der deutsche Gartenbau arbeitet.

Gleichzeitig steht der Gensinger Zierpflanzen-Betrieb sinnbildlich für die Bedeutung von Innovation für gartenbauliche Unternehmen – laut ZVG ist Kientzler einer von vielen Betrieben, der in der Vergangenheit durch Forschungskooperationen mit dem Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) in Großbeeren und Erfurt profitieren konnte.

Sorge über Entwicklung an Gartenbau-Fakultäten

In diesem Zusammenhang bedankte sich ZVG-Präsident Jürgen Mertz ausdrücklich bei Klöckner dafür, dass die Zierpflanzen-Forschung in Erfurt trotz Schließung des IGZ-Standorts mit der Finanzierung einer Forschungsstelle an der Fachhochschule eine Zukunft habe. Mit Sorge betrachtet der Zentralverband Gartenbau dagegen die dramatische Entwicklung der Gartenbau-Fakultäten an den drei Universitätsstandorten in Deutschland.

„Wenn wir nicht gegensteuern, wird die fehlende Nachbesetzung von Professorenstellen, das Umwidmen von ehemals gartenbauwissenschaftlichen Lehrstühlen und damit das Wegbrechen der anwendungsorientierten Forschung für den Gartenbau deutliche Konsequenzen haben. Denn ohne Nachwuchswissenschaft schwindet die Innovationskraft und ohne Lehre fehlen uns die Lehrer an den gartenbaulichen Berufs- und Fachschulen“, erläuterte Mertz der Bundeslandwirtschaftsministerin.

Klares Bekenntnis zum Pflanzenschutz gefordert

Als große Herausforderung für die Branche sehen die Gartenbau-Verbände zudem, „dass immer weniger Mittel für den integrierten Pflanzenschutz zur Verfügung stehen“, wie Volker Schmitt, Präsident des Landesverbands Gartenbau Rheinland-Pfalz, gegenüber der Bundeslandwirtschaftsministerin betonte. Deshalb brauche die Branche ein klares Bekenntnis zum Pflanzenschutz und eine deutliche Verfahrensbeschleunigung bei der Bewilligung von Pflanzenschutzmitteln.

Als positiv wertete ZVG-Präsident Mertz dagegen das Bundesprogramm Energieeffizienz, das einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leiste, zur CO2-Reduzierung beitrage und gleichzeitig die Innovations- und Modernisierungsbereitschaft der Betriebe fördere. „In kürzester Zeit waren die Mittel des Bundesprogramms von den Betrieben abgerufen. Deswegen halten wir es für sinnvoll, das Programm über 2019 hinaus fortzuführen“, so Mertz.

Pflanzengesundheit und Stadtgrün weitere Diskussionsthemen

Darüber hinaus diskutierten die Vertreter von ZVG, dem Landesverband Gartenbau Rheinland-Pfalz sowie dem Gartenbau-Unternehmen Kientzler auch die notwendige politische Unterstützung beim einzelbetrieblichen Risikomanagement, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu modernen Hilfstechniken sowie die Themen Pflanzengesundheit und Stadtgrün mit der Bundeslandwirtschaftsministerin.