Wirtschaft & Politik

Neue EU-Öko-Verordnung: auch Gartenbau betroffen

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Im Januar 2021 soll die neue EU-Öko-Verordnung in Kraft treten. Das Europaparlament hat die Novellierung gestern durchgewunken, jetzt muss nur noch der Rat der EU-Mitgliedstaaten grünes Licht geben. Von den Änderungen betroffen ist auch der Gartenbau.

Bio-Küchenkräuter wie Basilikum dürfen auch nach Inkrafttreten der neuen EU-Öko-Verordnung noch in Töpfen produziert werden. Foto: Daniela Sickinger

Ausnahmen für Topfpflanzen-Produzenten

Aufatmen können die Erzeuger von Bio-Küchenkräutern, denn diese dürfen auch künftig in Töpfen produziert werden. Auch das anfängliche Ansinnen, dass 80 Prozent der Erde in den Topfkulturen aus der eigenen biologischen Produktionseinheit des Betriebs oder aus dem nächst gelegenen biologisch produzierenden Betrieb stammen muss, soll nicht in vollem Umfang in Kraft treten.

„Wir begrüßen, dass die neuen Regelungen nun grundsätzlich Ausnahmen für die Topfpflanzen-Produktion vorsehen“, erklärt dazu Bertram Fleischer, Generalsekretär des Zentralverbands Gartenbau (ZVG). Die ursprüngliche Forderung wäre Fleischer zufolge für Gartenbau-Betriebe „praktisch nicht umzusetzen“ gewesen.

ZVG für EU-einheitliche Regelung

Wenig zufrieden ist der ZVG dagegen mit den vorgesehenen Ausnahmen vom bodengebundenen Anbau im Unterglasanbau, die sich lediglich auf einige nordische Länder beschränken. Der Gartenbau-Verband hatte stattdessen eine generelle Öffnung für den bodenunabhängigen Anbau in organischen Substraten gefordert.

Denn der Unterglasanbau in organischen Substraten, so die Auffassung des ZVG, sollte grundsätzlich als ökologisches Produktionsverfahren zugelassen werden. Entsprechend setzt der Zentralverband Gartenbau jetzt seine Hoffnungen darauf, „dass im Rahmen der bis zum 31. Dezember 2025 vorgesehenen Überprüfung hier eine für die EU einheitliche Regelung erfolgt“.

Generell sieht die neue EU-Öko-Verordnung strengere Regeln für alle Bio-Produkte und regelmäßige Kontrollen entlang der gesamten Produktionskette vor. Medienberichten zufolge soll etwa Erzeugern der Entzug des Bio-Labels drohen, wenn ihre Produkte Rückstände von Pestiziden oder synthetischen Düngemitteln enthalten.

Gemischte Betriebe sollen erlaubt bleiben

Weiterhin erlaubt sein sollen Betriebe, die sowohl biologische als auch konventionelle Produkte erzeugen – eine klare Trennung der beiden Bereiche voneinander vorausgesetzt. Der Import von Erzeugnissen, die die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung nicht gänzlich erfüllen, soll laut Medienberichten nur noch fünf Jahre nach Inkrafttreten der neuen Vorschriften möglich sein.

Bis 2035 auslaufen sollen darüber hinaus Ausnahmeregeln, die bislang die Verwendung von herkömmlichem Saatgut im Biolandbau ermöglicht haben. Abgeschmettert wurden dagegen die von der EU-Kommission geforderten EU-weiten Grenzwerte für Pestizid-Rückstände in Bioprodukten.