Neue Öko-Verordnung wird verschoben

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Entschied sich für eine Vertagung der EU-Öko-Verordnung um ein Jahr, die EU-Kommission. Foto: Dimitris Vetsikas / Pixabay

Die neue EU-Öko-Verordnung wird um ein Jahr vertagt. Damit reagierte die EU-Kommission auf viele Wünsche und Äußerungen der Mitgliedsstaaten des Europäischen Parlaments. Große Zustimmung erfuhr diese Entscheidung auf Seiten der Ökoverbände.  

Anwendung der EU-Öko-Verordnung auf 2022 verschoben

Die Anwendung des neuen Bio-Rechts wird seitens der EU-Kommission um ein Jahr verschoben. Ursprünglich sollte die neue EU-Öko-Verordnung am 1. Januar 2021 in Kraft treten (TASPO Online berichtete), wird nun allerdings um ein Jahr auf den 1. Januar 2022 verschoben. Mit dieser Verschiebung reagiert die Kommission auf vielfachen Wunsch der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments, doch auch Drittländer und anderen Interessengemeinschaften äußerten in der Vergangenheit bereits Kritik. „Die Strategie ,Vom Hof auf den Tisch‘ und die Biodiversitätsstrategie enthalten ehrgeizige Ziele für den Agrarsektor, damit dieser für die Umsetzung des Grünen Deals bereit ist. Die ökologische Landwirtschaft nimmt bei der Umstellung auf ein nachhaltigeres Lebensmittelsystem und dem besseren Schutz unserer biologischen Vielfalt eine zentrale Rolle ein“, erklärt Janusz Wojciechowski, EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Damit der Anteil der ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Fläche bis 2030 auf 25 Prozent steige, werde die Kommission einen geeigneten politischen und rechtlichen Rahmen unterstützen, heißt es weiter.

Aktionsplan soll 2021 vorgelegt werden

Anfang 2021 soll ein Aktionsplan vorgelegt werden, der vorrangig drei Ziele vorgebe. Dabei gehe es um die Ankurbelung der Nachfrage nach ökologischen Erzeugnissen unter Wahrung des Verbrauchervertrauens, die Förderung des Anstiegs der ökologisch bewirtschafteten Flächen in der EU, sowie die Stärkung der Rolle der ökologischen Produktion bei der Bekämpfung des Klimawandels und des Biodiversitätsverlusts, unter anderem durch eine nachhaltige Bewirtschaftung der Ressourcen.

Zustimmung von Ökoverbänden

Die Entscheidung der EU-Kommission traf dabei auf breite Zustimmung bei den Ökoverbänden. „Wir sind sehr erleichtert über diese Entscheidung. Die EU-Verordnung ist zu wichtig, als dass ihre Umsetzung übereilt angegangen werden sollte. […] Mit der Verschiebung wird den Betrieben, Unternehmen, Kontrollstellen und Behörden ein reibungsloser Übergang ermöglicht, in dem sie sich angemessen auf die Veränderungen einstellen und entsprechende Vorbereitungen treffen können“, sagt Jan Plagge, Präsident bei Bioland. Auch seitens des Bundesverbandes der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zeigte man sich erleichtert: „Europas Bio-Bewegung begrüßt es sehr, dass die EU-Kommission die Anwendung des Bio-Rechts um ein Jahr verschieben will. Nur mit diesem Zeitpuffer können die noch fehlenden Regeln für hunderttausende Bio-Unternehmen in der EU und weltweit gut und gründlich ausgearbeitet werden“, fügt BÖLW-Präsident Felix Prinz zu Löwenstein hinzu.