Wirtschaft & Politik

Neuer Schaugartenpark in RLP mit Europas Rekordpark als Vorbild

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200 Schaugärten, 23 Hektar und 30 Jahre Erfahrung – die gärtnerische Vielfalt von Europas größter Mustergärten-Parkanlage im niederländischen Appeltern zieht jährlich zahlreiche Besucher an. Die Stadt Saarburg in Rheinland-Pfalz ließ sich von der Anlage inspirieren und plant mit dem Vorhaben der Saarburger Gärten eine nationale gärtnerische Touristenattraktion.

Nach dem Vorbild der Appelterner Parkanlage entstehen in Saarburg die Saarburger Gärten. Foto: Appeltern

Ein niederländischer Park als Vorbild

Der „De Tuinen van Appeltern“ ist Europas größte Mustergärten-Parkanlage. Das insgesamt 23 Hektar großen Gelände, welches rund 50 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegt, lockt jährlich 150.000 Besucher in die Nähe von Nimwegen. Neben 200 Schaugärten beinhaltet die Anlage auch die Nationale Staudensammlung der Niederlande.

Das Konzept erfreut sich großer Beliebtheit bei Landschaftsgärtnern, Gartenbesitzern, Pflanzenfreunden, Fotografen, Familien und Reisegruppen. Wesentliches Kennzeichen ist neben der Wettläufigkeit der Anlage die fehlenden Abgrenzungen oder Verbotsschilder auf dem gesamten Gelände. Alle Pflanzen dürfen von den Besuchern berührt und alle Schaugärten begangen werden. So bieten die Gärten Liegen Raum zur Entspannung, Platz für ein Picknick auf einer Wiese oder eine Abkühlung im angelegten Naturteich.

Neue Anlage soll in Saarburg entstehen

Die Stadt Saarburg inspirierte die gärtnerische Vielfalt der Anlage, sie auch in der Bundesrepublik in Rheinland-Pfalz umzusetzen. Auf einem 8,5 Hektar großen Areal der zukünftigen Saarburger Gärten entsteht eine kleinere Variante des Pflanzenreiches mit den Gärten von Appeltern als Vorbild. Sie präsentierte das Vorhaben in Verbindung mit dem geplanten Wohnbauprojekt Saarburg-Terrassen für das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“.

In einer Abstimmung signalisierte der Stadtrat seine Zustimmung zur Gartenlandschaft, die künftig auf dem Beuriger Kasernengelände östlich eines geplanten Wohnquartiers entstehen soll. Laut Bürgermeister Jürgen Dixius zielt die Gartenanlage auf die Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen und die Entwicklung der Stadt Saarburg zu einer Touristen-Metropole ab.

Unterstützung durch den Appeltern-Gründer

Entworfen wurden die Saarburger Gärten von Gründer und Eigentümer der Gärten von Appeltern, Ben van Oojen. „Dass ein Projekt nach dem Vorbild unseres Schaugartenparks so große Beachtung findet und eine nationale Förderung in Deutschland erhält, ist einfach toll. Ich bin überzeugt, dass die Gärten von Saarburg ein großer Erfolg werden“, so Oojen.

Neben der Integrierung der bestehenden Gebäude und erhaltenswerter Bäume auf unterschiedlichen Höhenniveaus sind Brunnen, Brücken und Wasserläufe sowie meditative Zonen Ruhepunkte vorgesehen. Bewilligt wurde das Projekt im April dieses Jahres mit einer Fördersumme in Höhe von fünf Millionen Euro.

Die Umsetzung steht derzeit noch am Anfang. Einen ersten Eindruck von den zukünftigen Gärten und Inspirationsideen für den eigenen Garten können Interessierte bei einem Besuch der originalen Gärten in den Niederlanden in Appeltern erhalten. Der Schaugartenpark ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Als ein zusätzliches Angebot bietet der Park an den Wochenenden eine kostenlose Beratung rund um das eigene Grundstück durch Landschaftsgärtner an.