Wirtschaft & Politik

Neues Verpackungsgesetz: Gartenbau in der Pflicht

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Das neue Verpackungsgesetz kommt zum 1. Januar 2019 – und damit neben der Lizenzzahlungs- nun auch eine neue Registrierungspflicht für jedes Gartenbau-Unternehmen, das Verpackungen befüllt und als sogenannter „Erstinverkehrbringer“ an den Endkunden weitergibt.

Für Töpfe, die an den Endverbraucher zur kurzfristigen Nutzung gehen, müssen nach wie vor die Pflanzenproduzenten Verpackungslizenz zahlen. Die neue Registrierungspflicht legt künftig offen, wer dem nachgeht und wer nicht. Foto: Katrin Klawitter

Pflanztöpfe mit Systembeteiligung?

Allerdings besteht für Betriebe die Möglichkeit, dass die vorgeschriebene Systembeteiligung von einer Vorvertriebsstufe, beispielsweise vom Topfhersteller, übernommen wird. Entsprechend würden auch alle anderen Pflichten – wie Registrierung und Datenmeldung – auf den Vorvertreiber übergehen.

Im besten Fall wäre es dann so, dass gleich Pflanztöpfe mit Systembeteiligung gekauft werden können, sodass die Gärtnerei jederzeit nachweisen kann, dass alle in Verkehr gebrachten Verpackungen die Vorgaben des Verpackungsgesetzes erfüllen.

Übertragung in der Praxis so gut wie unmöglich

Allerdings dürfte diese Übertragung und damit Erleichterung für den Gartenbau derzeit in der Praxis noch so gut wie unmöglich sein: Ihm sei derzeit kein deutscher Anbieter beispielsweise von Töpfen oder Etiketten bekannt, der seine Produkte – ähnlich wie es etwa in den Niederlanden der Fall ist – in zwei Varianten zum Kauf anbietet: einmal mit und einmal ohne bereits erfolgte Lizenzierung, erläutert dazu Dr. Jens Wittmann, Abteilungsleiter des Erzeugermanagements bei Landgard, gegenüber der TASPO.

Zumindest bis auf weiteres seien damit ganz klar weiter die gartenbaulichen Produktionsbetriebe in der Pflicht, so Wittmann.

Töpfe gelten nicht automatisch als Verpackung

Das bestätigt auch der Topfhersteller Pöppelmann: Laut Arno Zerhusen, Verkaufsleiter bei Pöppelmann Teku, können Topfproduzenten schon aus rein praktischen Gründen nicht für die Lizenzierung der Pflanztöpfe bei einem der Dualen Systeme in Deutschland zuständig sein. Denn die Hersteller hätten nach Auslieferung keinerlei Kenntnis davon, wie die in den Töpfen produzierten Pflanzen weiter vermarktet werden.

Denn nur dann, wenn Pflanzen dauerhaft beim Endkunden im Topf verbleiben (beispielsweise Zimmerpflanzen), gelten Töpfe nicht als Verpackung und sind damit lizenzfrei. Das heißt: Hersteller wissen gar nicht, ob Töpfe nach der Verwendung überhaupt im Zuständigkeitsbereich eines der Dualen Systeme in Deutschland landen.

Mehr zum neuen Verpackungsgesetz und dessen Konsequenzen für den Gartenbau lesen Sie in der TASPO 43/2018, die am 26. Oktober erscheint.