Wirtschaft & Politik

Neues Verpackungsgesetz: Recycling-Leitlinie erstellt

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Eine Orientierungshilfe für die „Bemessung des recyclinggerechten Designs von Verpackungen“ hat die Zentrale Stelle Verpackungsregister kürzlich veröffentlicht. Hintergrund ist, dass das neue Verpackungsgesetz, das ab 1. Januar gilt, die Produktverantwortung für Verpackungen deutlich strenger regelt: Schon bei deren Konzeption sollen die Umweltauswirkungen bedacht und im Preis spürbar werden. 

Über 75 Prozent der Kunststoffverpackungen aus dem Gelben Sack und der PET-Getränkeflaschen-Sammlung sind heute recycling- oder mehrwegfähig. Foto: warloka79/Fotolia

Was heißt „recyclinggerechtes Design“?

Recyclinggerechtes Design im Sinne des Verpackungsgesetzes bedeutet, dass bei der Konzeption und der Herstellung einer Verpackung eine möglichst hohe Recyclingfähigkeit der Verpackung angestrebt wird.

„Verpackungen haben grundsätzlich eine wichtige Schutzfunktion, aber in punkto Vermeidung und Verwertung gibt es noch deutliches Verbesserungspotenzial“, ließ Gunda Rachut, Vorstand der Zentralen Stelle Verpackungsregister, schon Mitte des Jahres verlauten.

Vorgaben gelten ab 2019 als Mindeststandard

Nun hat das Ganze Hand und Fuß bekommen: Mit der im Einvernehmen mit dem Umweltbundesamt erstellten Orientierungshilfe zur Bemessung der Recyclingfähigkeit von systembeteiligungspflichtigen Verpackungen haben die dualen Systeme erste Richtlinien an der Hand, an denen sie künftig ihre Mindeststandards ausrichten können.

Denn die Vorgaben der Orientierungshilfe sind für die dualen Systeme, die das System „Gelbe Tonne“ beziehungsweise „Gelbe Säcke“ deutschlandweit organisieren, ab 2019 als Mindeststandard verpflichtend.

Rachut: „Die Entsorgung nicht- oder schlecht-recycelbarer Verpackungen muss künftig mehr Geld kosten. Verpackungen, die hingegen in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden können und aus denen wieder neue Produkte und Verpackungen entstehen, werden bessergestellt.“

Wie bemisst sich die „Recyclingfähigkeit“?

Der für ein Recycling verfügbare Wertstoffgehalt bestimmt die Recyclingfähigkeit nach dieser Orientierungshilfe. Damit ist die Bewertung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen von Wertstoff zu Wertstoff relativ unterschiedlich.

Das Verpackungsgesetz verlangt auch, dass der zukünftige Mindeststandard die derzeitige Praxis der Sortierung und Verwertung berücksichtigt. Deren Bemessung erfolgt anhand der aktuellen Situation der Sortierung und Trennung von Verpackungen, auch Recyclingunverträglichkeiten nach dem Stand der Technik liegen zugrunde.

Oft wird nur ein Werkstoff recycelt

„Wichtig ist, dass nur der Anteil in die Bemessung der Recyclingfähigkeit eingeht, der auch tatsächlich recycelt wird. Das ist bei einer Mehr-Materialien-Verpackung oft nur einer der verwendeten Werkstoffe“, so Rachut.

Mehr über die Orientierungshilfe zur Bemessung der Recyclingfähigkeit von systembeteiligungspflichtigen Verpackungen lesen Sie in der aktuellen TASPO 50/2018.