Wirtschaft & Politik

Niederlande & Türkei: Sanktionen für Zierpflanzenhandel?

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Der Streit zwischen der Türkei und den Niederlanden gewinnt jeden Tag an Schärfe. Solange die wirtschaftlichen Sanktionen ausbleiben, wie sie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan androht, leidet der niederländische Zierpflanzenanbau und -handel nach Einschätzung der Royal FloraHolland noch nicht unter dem Zwist zwischen beiden Ländern.

Die Krise zwischen den Niederlanden und der Türkei spitzt sich zu, hat aber noch keine Auswirkungen auf den Zierpflanzenmarkt. Foto: Argus/Fotolia

Royal FloraHolland will Handelsbarrieren zwischen Türkei und Niederlanden abbauen

Der Vermarkter steckt seit etwa eineinhalb Jahren Zeit und Energie in die Entwicklung des Gartenbaus und des Handels in der Türkei, meldet das Vakblad voor de Bloemisterij. Politik der Royal FloraHolland sei, Handelsbarrieren zwischen der Türkei und den Niederlanden abzubauen.

Größte Hemmnisse für den Export von Schnittblumen und Topfpflanzen sind nämlich die hohen Einfuhrzölle von 48,6 Prozent auf Zierpflanzen und von 24,5 Prozent auf Schnittblumen, lediglich Grünpflanzen haben nur 4,7 Prozent. Größere Mengen an niederländischem Vermehrungsmaterial gehe in die Türkei, da es keine Einfuhrzölle auf Blumenzwiebeln und Jungpflanzen gebe, meldet das niederländische Fachmagazin.

Türkei kein besonders großes Exportziel für Niederlande

Die Türkei ist kein besonders großes Exportziel für niederländische Schnittblumen und Topfpflanzen. Jährlich gehen dort Waren für etwa 20 Millionen Euro hin: davon drei Millionen für Schnittblumen und 17 Millionen für Topfpflanzen – mit einem jährlichen Wachstum von zehn bis 15 Prozent. Royal FloraHolland investiere jedoch in das Land, weil sie große Chancen für Exporteure sieht.

Auch könne die Türkei wegen ihrer günstigen Lage als Drehschreibe im Handel zwischen Europa, Asien und Afrika dienen. Nach Angaben des Vakblads leitet Monique Heemskerk bei der Royal FloraHolland das Türkei-Team, bestehend aus sieben Mitarbeitern. Sie gibt an, dass die Lobbyarbeit gut voran gehe. Der Vermarkter werde sicherlich die Türkei nicht aus den Augen verlieren, so Heemskerk.

Türkei möchte Schnittblumen- und Topfpflanzen-Exporte weiter ausbauen

Die Krise zwischen der Türkei und den Niederlanden habe bisher noch keine Auswirkungen, obwohl Sanktionen angekündigt wurden, so Heemskerk. Sie erklärt im Vakblad, dass die Türkei große Ambitionen im Bereich des Gartenbaus habe. Sie möchte ihre Exporte an Schnittblumen und Topflanzen weiter ausbauen – von 80 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro im Jahr 2023.

Zur Royal FloraHolland liefert die Türkei über Mitglieder und Großhändler für rund 2,5 Millionen Euro Waren an – zumeist Nelken, Dekorations-Kränze und Ranunculus.