Wirtschaft & Politik

Noch besserer Infektionsschutz für Erntehelfer gefordert

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Nachdem in Baden-Württemberg ein rumänischer Erntehelfer an den Folgen einer COVID-19-Erkrankung verstarb, fordert die Agrargewerkschaft IG BAU noch strengere Hygiene-Kontrollen und übt Kritik an der derzeitigen Regelung der Einreise von Saisonarbeitskräften aus Osteuropa.

Nach dem Tod eines Erntehelfers aus Rumänien fordert die IG BAU noch strengere Schutzmaßnahmen für Saisonarbeitskräfte. Symbolfoto: Markus Distelrath / Pixabay

Erntehelfer aus Rumänien verstirbt an Folgen von COVID-19

Das Einreiseverbot für Erntehelfer schlug hohe Wellen und massiv Kritik. Die Bundesregierung lenkte schließlich ein und genehmigte unter strengen Hygiene Auflagen die Einreise von insgesamt 80.000 Saisonarbeitern im April und Mai (TASPO Online berichtete). In Baden-Württemberg wurde übereinstimmenden Medienberichten zufolge am 11. April ein rumänischer Hilfsarbeiter tot in seiner Unterkunft aufgefunden. Ein anschließender Test auf COVID-19 fiel dabei positiv aus. Der verstorbene 57-jährige Erntehelfer soll in einem Spargelbetrieb in Bad Krozingen, südwestlich von Freiburg gearbeitet haben. Er soll sich bereits seit dem 20. März in Deutschland aufgehalten haben. In dem Betrieb wurde anschließend ein weiterer Erntehelfer positiv auf das Corona-Virus getestet und im Anschluss isoliert. Medienberichten zufolge wurden jegliche Hygienevorschriften seitens der Arbeitsstätte eingehalten. Wann und wo sich der Verstorbene infiziert haben könnte, sei demnach unklar.

Forderung nach besseren Schutzmaßnahmen

Die Agrargewerkschaft IG BAU hat die die Bundesregierung in diesem Zusammenhang dazu aufgefordert, die Gesundheit von Erntehelfern noch besser zu schützen und sicherzustellen. „Wir fordern einen lückenlosen Schutz von der ersten Minute der Reise an. Bereits Anfang dieser Woche haben wir die Bundesregierung schriftlich darauf hingewiesen, dass Abstands- und Hygieneregeln während der Sonderflüge nicht eingehalten wurden. Um Gesundheitsrisiken auszuschließen, fordern wir verpflichtende Sicherheitsmaßnahmen bereits an den Ausgangsflughäfen. Zudem müssen anreisende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unverzüglich die Telefonnummer der Info-Hotline des DGB-Projekts Faire Mobilität erhalten. Dies stellt sicher, dass Erntehelfer in ihrer jeweiligen Sprache beraten werden können“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Harald Schaum.

IG BAU nimmt Bundesregierung in die Verantwortung

„Mit ihrer Entscheidung, Erntehelfer einreisen zu lassen, trifft die Regierung die volle Verantwortung für die Gesundheit der hier ankommenden Menschen. Sie hat zu Recht Mindestauflagen zum Infektionsschutz erlassen. Diese Schutzmaßnahmen muss sie auch durchsetzen. Dazu passt es aber nicht, wenn eine Corona-Infektion erst festgestellt wird, nachdem ein Mensch bereits verstorben ist. Mit gründlichen Untersuchungen hätte das nicht passieren dürfen“, so Schaum weiter.

Weitere Meldungen zur Corona-Krise finden Sie unter dem Newstag „Coronavirus“.

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