Wirtschaft & Politik

Otte-Kinast besuchte Altes Land

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Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hat dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Nordeuropas einen Besuch abgestattet. Die Ministerin machte sich einen Eindruck davon, welchen Teil die Obstbauern im Alten Land bereits zum Erhalt der Biodiversität beitragen.

Obstbauer Hein Lühs setzt in seinen Plantagen auf ökologischen Anbau und erläuterte Ministerin Otte-Kinast das Verfahren. Foto: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Besuch startete im Obstbauversuchszentrum

Das Alte Land, westlich von Hamburg und südlich der Elbe gelegen, ist von vielen Gräben und den Nebenflüssen des Hauptflusses durchzogen. Diese Gewässer, zu deren Netz auch die zahlreichen von den Obstbauern geschaffenen Teiche gehören, bilden in der Elbmarsch einen besonderen Pool für Biodiversität. Davon überzeugte sich Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und stattete dem Alten Land einen Besuch ab, nicht zuletzt auch um die Leistungen der Obstbauern für den Erhalt dieser Lebensräume kennenzulernen. Start war das Obstbauversuchszentrum auf der Esteburg in Jork. Seit 2016 wird dort unter Federführung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) ein Projekt zur Erhöhung der ökologischen Vielfalt in Erwerbsobstanlagen und in Streuobstwiesen bearbeitet. Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium unterstützt das Projekt finanziell. „Hier wird deutlich, dass sich die Landwirte schon lange auf den Weg gemacht haben, um die Artenvielfalt zu verbessern“, erklärte Otte-Kinast. Weitere Projekte umfassen unter anderem eine gezielte Randstreifenpflege, die Bearbeitung der Fahrgassen zwischen den Baumreihen durch Blühstreifen oder alternatives Mulchen, das Pflanzen von blühenden Kleinsträuchern sowie das Anbringen von Nisthilfen für Insekten und Vögel.

Radtour durchs Alte Land

Wie die Obstbauern die verschiedenen Maßnahmen auf ihren Betrieben bereits anfänglich umgesetzt haben, erfuhr die Ministerin während einer Radtour durchs Alte Land. Dabei informierte sie sich über die Entwicklung von Lebensräumen an Beregnungsteichen, alte Obstsorten und Risikovorsorge durch Hagelschutz. Den Abschluss des Besuchs bildete der Obsthof von Jens Stechmann, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau im Zentralverband Gartenbau (ZVG).

Stechmann: „Es bedarf praktikabler Lösungen“

„Wir möchten zeigen, dass wir schon jetzt eine große Artenvielfalt in Bezug auf Flora und Fauna in unseren Obstanlagen haben. Sowohl beim Insektenschutz als auch bei der Förderung der Biodiversität bedarf es praktikabler Lösungsansätze, die Anreize schaffen und nicht von Verboten geprägt sind. Die Altes Land Pflanzenschutzverordnung ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass man gemeinsam, die zuständigen Fachbehörden und Ministerien, regionale Umweltverbände und die Obstbauern, verbindliche Regelungen festlegen kann, die der Umwelt und dem Fortbestand der Betriebe dienen“, erklärte Stechmann am Rande des Besuchs der Ministerin auf seinem Obsthof.

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