Wirtschaft & Politik

Plastikanteil im Bioabfall soll weniger werden

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Zukünftig dürfen Bioabfälle nur noch maximal 0,5 Prozent Kunststoffe enthalten, bevor sie in die Kompostierung oder Vergärung gelangen. Das wurde jetzt auf Vorschlag des Bundesumweltministeriums (BMU) durch das Bundeskabinett beschlossen. Diese erstmals eingeführte Obergrenze sieht die Novelle der Bioabfallverordnung vor.

Künftig soll der Plastikanteil im Biomüll bestimmte Werte nicht überschreiten. Foto: melGreenFR/Pixabay

Bioabfall sortenreiner gestalten

Jährlich werden in Deutschland rund 14 Millionen Tonnen biologisch abbaubare Abfälle getrennt gesammelt und erfasst. Der Löwenanteil davon gelangt in Kompostierungs- und Vergärungs- beziehungsweise Biogasanlagen. Bioabfälle landen allerdings immer noch zu einem Großteil in der Restmülltonne. Dort haben sie mit rund 40 Prozent den größten Anteil. So gehen wertvolle Rohstoffe verloren. Kern der geplanten Novelle der Bioabfallverordnung sind neue Vorgaben für die Entfrachtung von Fremdstoffen aus Bioabfällen, bevor sie in die biologische Behandlung (Kompostierung, Vergärung) oder Gemischherstellung gelangen. Betreiber der Behandlungsanlagen müssen daher künftig die Menge an Fremdstoffen im angelieferten Bioabfall prüfen. Werden die neuen Input-Obergrenzen überschritten, müssen sie die Fremdstoffe aufwändig entfernen.

Zentrale Punkte der Novelle

Grundsätzlich gelte künftig: Bioabfälle dürfen vor der Behandlung nur noch maximal 0,5 Prozent Kunststoffe enthalten, stammen sie aus der Biotonne seien maximal 1,0 Prozent Kunststoffe zulässig. Je sauberer und sortenreiner die angelieferten Bioabfälle sind, desto geringer sind Aufwand und Kosten für die Fremdstoffentfrachtung. Des Weiteren wird der Anwendungsbereich der Bioabfallverordnung erweitert. Bislang galten die Anforderungen nur für die Verwertung von Bioabfällen als Düngemittel auf landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Nutzflächen. Künftig gelten die Regelungen auch, wenn Bioabfälle zur Bodenverbesserung oder im Garten- und Landschaftsbau eingesetzt werden. Mit der getrennten Sammlung und Verwertung von Bioabfällen werde aktiv Klimaschutz betrieben. Fossile Energieträger wie Erdöl und Kohle können durch das gewonnene Biogas ersetzt werden und Bioabfallkomposte und Gärrückstände zur Düngung und Bodenverbesserung eingesetzt werden und damit an Stelle von Primärrohstoff-Düngemittel und Torf treten.

„Kunststoffe haben im Bioabfall nichts zu suchen“

„Kunststoffe im Bioabfall sind eine Gefahr für die Natur und den Menschen. Noch viel zu oft landen Lebensmittelabfälle mit Kunststoffverpackungen in der Kompostierung oder Biogasanlagen. Dort bauen sie sich nicht ab, sondern gelangen im Dünger auf unsere Äcker und Gemüsebeete, wo sie als Mikroplastik hunderte von Jahren überdauern. Kunststoffe aus dem Bioabfall zu entfernen verursacht hohe Kosten. Kunststoffe haben im Bioabfall nichts zu suchen. Mit den erstmals eingeführten Obergrenzen wird sichergestellt, dass nur Bioabfälle mit sehr geringen, kaum vermeidbaren Mengen Kunststoff angeliefert werden. Aber am besten landen Lebensmittelverpackungen oder Plastiktüten erst gar nicht im Biomüll. Wenn wir als Verbraucherinnen und Verbraucher Bioabfälle gewissenhaft trennen, steigt die Qualität der Komposterde und die Umwelt bleibt sauber“, sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze zur geplanten Novelle.

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