Wirtschaft & Politik

Politiker besucht Gartenbaumschule

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Der Bundestagsabgeordnete Michael Thews (SPD) stattete der Traditionsbaumschule Giesebrecht in Lünen einen Besuch ab, um sich gemeinsam mit NRWs Gartenbaupräsidentin Eva Kähler-Theuerkauf von der Produktion vor Ort und den aktuellen Herausforderungen ein Bild machen zu können.

Bundestagsabgeordner auf Hausbesuch: Wolf-Dieter Giesebrecht, Michael Thews (MdB) und Eva Kähler-Theuerkauf (Gartenbaupräsidentin NRW) (v.l.). Foto: Gartenbau NRW

Traditionsreiche Baumschule Giesebrecht

Die Gartenbaumschule Giesebrecht ist in Lünen-Niederaden auf einem ehemaligen landwirtschaftlichen Hof beheimatet, der von alten Fachwerkhäusern und Scheunen, sowie einer Parkanlage mit altem Rhododendronbestand geprägt ist. Das Gelände wurde einst von Landschaftsarchitekt Ernst Giesebrecht persönlich entworfen. Die mittlerweile dort ansässige Gartenbaumschule Giesebrecht besteht an diesem Ort bereits seit über 30 Jahren und wird von Annette und Wolf-Dieter Giesebrecht geführt, die sich vor allem auf die Veredelung alter Obstsorten spezialisiert haben. Historische Apfelsorten wie „Kaiser Wilhelm“ oder „Roter Gravensteiner“, sowie alte Birnensorten wie etwa „Köstliche von Charneux“ und „Williams Christbirne“ erfahren hier eine große Nachfrage erklären die Giesebrechts, auch der Beratungsbedarf bei den Kunden sei hoch. „Ich denke, wir können uns in Lünen glücklich schätzen, noch einen gärtnerischen Fachbetrieb zu haben, der nicht nur die Pflanzen produziert, sondern auch vor Ort beraten kann“, meint Bundestagsabgeordneter Michael Thews.   

Klimawandel macht Gartenbauunternehmen zu schaffen

In der Baumschule wird alles noch per Hand und in detailverliebter Arbeit erledigt, doch der Klimawandel macht den Gärtnern immer mehr Sorgen und stellt sie vor Herausforderungen. Im vergangenen Winter entpuppte sich Nordrhein-Westfalen beispielsweise als zweitwärmstes Bundesland, erstmals sei Beginn der Wetteraufzeichnungen wurden in den Wintermonaten an sechs aufeinanderfolgenden Tagen Temperaturen von 20 Grad und mehr gemessen. Anders sah es dann im Frühjahr aus, welches mit einer Mitteltemperatur von 7,6 Grad Celsius wiederum zu kalt war. „Das bedeutet für Gartenbauunternehmen, dass es immer schwieriger wird, unsere Pflanzen gesund zu halten und wir immer mehr Produktionsrisiken haben. […] Die Bedeutung der Wasserversorgung wird mit Blick auf immer länger werdenden Hitze- und Trockenperioden überlebenswichtig. Wir plädieren deshalb für ein regional abgestimmtes Bewässerungsmanagement mit bundesweit einheitlichem Rahmen“, erklärt Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau NRW.

Bürokratischen Aufwand verringern

Doch nicht nur beim Wassermanagement bestehe Handlungsbedarf. Für die Betriebe stelle ein gestiegener bürokratischer Aufwand auch eine deutliche Hürde und Erschwerung der eigentlichen Tätigkeiten dar. „Wir müssen als Betrieb immer mehr Zeit dafür aufbringen, um allen bürokratischen Forderungen gerecht zu werden. Anträge und klare Verfahren, wie z.B. zur Sicherstellung der Wasserversorgung für die Pflanzen sind richtig und wichtig. Wenn aber die Antragsformulare mehrere Aktenordner umfassen, steht das in keiner Relation mehr. Wer aber regionale Produktion und Handel unterstützen will, sollte den Abbau von Bürokratie wirklich ernst nehmen“, wird Giesebrecht deutlich. „Ich denke uns ist allen klar, dass wir für die Zukunft Grün erhalten und auch mehr schaffen müssen. Dafür muss die Politik einen unterstützenden Rahmen schaffen. Auch mit einer entsprechenden Anpassungsstrategie“, pflichtet auch Thews bei und sieht die Politik in der Pflicht.

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