Wirtschaft & Politik

Russland schränkt Einfuhr holländischer Blumen ein

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Russland verschärft ab Montag die Kontrollen für Blumenimporte aus Holland. Wie der russische Pflanzenschutzdienst bekannt gibt, dürfen nur noch solche Lieferungen die Grenze passieren, die die phytosanitären Bedingungen erfüllen und frei von Quarantäne-Schadorganismen wie insbesondere dem Kalifornischen Blütenthrips sind.

Russland will ab 10. August schärfere Anforderungen an holländische Blumenimporte stellen. Foto: Valery Shanin/Fotolia

Schädlingsfunde in Blumenlieferungen

Hintergrund dieser Maßnahme ist laut Rosselkhoznadzor, Föderaler Dienst für Veterinärwesen und Pflanzenschutz des russischen Landwirtschaftsministeriums, dass während der letzten drei Monate in 183 Schnittblumensendungen aus den Niederlanden Quarantäne-Schadorganismen wie Frankliniella occidentalis Perg., Puccinia horiana Henn. sowie Bemisia tabaci und Liriomyza trifolii Burg gefunden wurden.

Wie FloraHolland dazu mitteilt, seien die genannten Quarantäne-Schädlinge allerdings ebenso in Schnittblumen aus anderen Ländern wie Italien, Ecuador, Kolumbien und Israel gefunden worden. Die beanstandeten Lieferungen aus den Niederlanden hätten lediglich 58 Prozent der gesamten Schädlingsfunde ausgemacht.

Niederländische Medien vermuten politische Motive

Niederländische Medien vermuten deshalb vielmehr politische Motive und einen Zusammenhang mit dem Abschuss des Fluges MH 17 in der Ostukraine im Juli 2014. Die Niederlande hatten hier auf ein internationales Tribunal gedrängt, um endlich die Hintergründe zu erfahren und die Verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen. Rund zwei Drittel der 298 Todesopfer kamen aus den Niederlanden. Wie zu erwarten, stemmt sich Russland gegen das vorgeschlagene UN-Tribunal.

Die genauen Auswirkungen der verschärften Kontrollen für Schnittblumenimporte sind FloraHolland zufolge momentan nur schwer abzuschätzen. Aus den Niederlanden wurden demnach im 1. Halbjahr 2015 Blumen im Wert von über 100 Millionen Euro nach Russland exportiert.