Wirtschaft & Politik

Schließung IGZ: Keine Entscheidung

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Auch nach der Tagung des Ausschusses der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern bleibt unklar, wie es mit dem Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Erfurt (IGZ) weiter geht. Am 24. Juni will der Ausschuss erneut zusammentreten und über das Schicksal der Forschungseinrichtung beraten.

Besucherführung durch Prof. Dr. Eckhard George am IGZ-Standort Erfurt. Foto: IGZ Erfurt

IGZ: Unterstützung durch Landwirtschaftsministerium und Petition

Kurz vor der GWK-Sitzung hatte sich Thüringens Landwirtschaftsministerin Birgit Keller noch einmal ausdrücklich im Rahmen einer Plenumssitzung im Thüringer Landtag gegen die Schließung des IGZ-Standorts Erfurt ausgesprochen. Studierende des Studiengangs Gartenbau der Fachhochschule (FH) Erfurt hatten der Ministerin in diesem Rahmen knapp 1.000 Unterschriften gegen die Schließung übergeben.

„Ich verstehe die Empörung der Studierenden. Und ich teile sie“, sagte die Ministerin bei der Übergabe der Unterschriften. Die Gemüse- und Zierpflanzenforschung habe oft genug bewiesen, dass sie einen festen Platz in der Gartenbaustadt in Erfurt verdient habe. Die Ministerin betonte zudem die Signalwirkung, die eine Schließung des renommierten Institutes mit sich bringen würde. Gerade in der baldigen Buga-Stadt wäre das ein schlechtes Zeichen.

Thüringen setzt sich für Erhalt des IGZ Erfurt ein

Thüringen hatte sich im Ausschuss der GWK dafür eingesetzt, den Standort weiter zu erhalten und nach vier Jahren erneut zu evaluieren. Der Freistaat verwies hier auf die vielen Maßnahmen, die in jüngster Zeit eingeleitet worden waren. Dazu gehören unter anderem: die Besetzung der altersbedingt freiwerdenden Abteilungsleitung in Erfurt Anfang 2015 mit einem renommierten, zuvor in Großbeeren angesiedelten Wissenschaftler, neben dem etablierten Bachelorstudiengang „Gartenbau“ der Beginn des Masterstudiengangs „Pflanzenforschungsmanagement“.

Die Akkreditierung dafür wurde 2014 erfolgreich beantragt. Der Studienbeginn erfolgte zum Sommersemester 2015, eine Professur für Zierpflanzenbau und Biotechnologie durch die FH Erfurt wurde 2015 errichtet, die mit einer Wissenschaftlerin aus dem IGZ Erfurt besetzt wurde, die Kooperation der FH und des IGZ soll durch die Einrichtung eines Joint Lab verstärkt werden, der Freistaat stellt für den Bau eines Gewächshauses 4,7 Millionen Euro in den Haushalt ein, das Thüringer Wissenschaftsministerium erklärte die Übernahme der Ressortverantwortung nach erfolgreicher Evaluation.

Evaluation: Brandenburg und Thüringen können sich nicht auf Stellungnahme einigen

Die GWK hatte die Zuwendungsgeber des IGZ – das Bundeslandwirtschaftsministerium, das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft sowie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg – im Vorfeld aufgefordert, eine gemeinsame Stellungnahme zum Evaluierungsbericht und zur Empfehlung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft über die weitere Finanzierung abzugeben.

Brandenburg und Thüringen konnten sich nicht auf eine gemeinsame Stellungnahme einigen. Während Brandenburg der Empfehlung zur Schließung des Standortes Erfurt dem Grunde nach zustimmt, bat Thüringen in seiner zwischen den Ressorts Landwirtschaftsministerium, Wissenschaftsministerium und Finanzministerium einvernehmlich abgestimmten Stellungnahme darum, das Erfurter Institut weiter zu fördern.