Wirtschaft & Politik

Selbst gemachter Strom statt Steckdose

Exaktes Rechnen ist notwendig, will man den Einsatz eines Blockheizkraftwerkes beurteilen. Technikberater Walter Sennekamp von der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe stellte verschiedene Beispiele aus der Praxis vor. Beispielsweise lässt sich eine gebrauchte Anlage mit der Leistung 245 Kilowattstunden elektrisch einsetzen. Eine neue BHKW-Anlage gleicher Leistung zum Preis von 120 000 Euro verlangt pro Jahr an festen Kosten etwa 21 550 Euro oder 3,66 Cent pro Kilowattstunde. Die Verbrauchskosten mit in dem gebrauchten BHKW und beispielsweise Gasflammkohle liegen um rund 9 500 Euro niedriger als bei Strombezug vom Energieversorger. Diese Differenz ist relativ niedrig, damit das Risiko zu groß, falls sich einzelne Posten ändern beim Kohle- oder Öl-Preis oder bei den Steuern, so Sennekamp. Allgemein riet er, die Strompreise genau im Auge zu behalten. Zu erwarten sei, dass sie mittelfristig wieder auf breiter Front steigen. Dann wären BHKW trotz hoher Investitionen wieder lukrativ, um Kosten zu sparen. Und ein Betrieb sollte stets die Frage stellen, ob sich Öl ersetzen lasse durch preiswertere Brennstoffe wie Kohle, Holz oder Biomasse.