Wirtschaft & Politik

Start-up-Unternehmen: „Frischzellenkur“ für den Mittelstand

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Gründungen sind gesellschaftlich bedeutend. Sie sind wie eine „Frischzellenkur“ für den Mittelstand, schreibt das Bundeswirtschaftsministerium in „Gründerzeiten“, seinem Infoletter für Gründer und junge Unternehmen. Sie sorgen dafür, dass neue Ideen auf den Markt kommen. Wie wichtig sie sind, lasse sich an der Leistung mittelständischer Unternehmen insgesamt ablesen. Was Start-ups derzeit noch kennzeichnet, zeigen aktuelle Zahlen.

Eine innovative Geschäftsidee und hohes Wachstumspotenzial kennzeichnen Start-ups. Foto: Pixabay

Investoren steckten letztes Jahr 1,4 Milliarden Euro in Start-ups

Laut Institut für Mittelstandsforschung Bonn entfallen auf Start-ups:

  • 99,6 Prozent aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen
  • 58,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze
  • 81,8 Prozent aller Ausbildungsplätze
  • 55 Prozent der Nettowertschöpfung aller Unternehmen (Wert aller produzierten Waren und erbrachten Leistungen)

1,4 Milliarden Euro steckten Finanzinvestoren im vergangenen Jahr in Start-ups, so der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Damit machten sie 2018 mehr Geld locker als 2017 (1,3 Milliarden Euro). Bestehende Betriebe mussten sich hingegen mit weniger zufrieden geben. Die Investitionen lagen 2018 bei insgesamt 9,6 Milliarden Euro in rund 1.200 überwiegend mittelständische Unternehmen. Das sind 18 Prozent weniger als vor zwei Jahren.

Führungskräfte arbeiten in Start-ups mehr als in lange bestehenden Betrieben

Rund 71.000 Euro pro Jahr verdient ein Business Developer laut Gehaltsatlas 2019 der PMSG PersonalMarkt Services GmbH im Durchschnitt – eine Position, die häufig in Start-ups besetzt wird. 36.165 Euro ist das Durchschnittsgehalt in Unternehmen mit bis zu 21 Mitarbeitern. 40.867 Euro verdienen Angestellte in Betrieben mit 21 bis 50 Mitarbeitern. Umfassen Firmen 51 bis 100 Angestellte, liegt das Gehalt im Schnitt bei 43.204 Euro. Bei 101 bis 1.000 Mitarbeitern steigt die Zahl auf 49.451 Euro. Liegt die Angestelltenzahl über 1.000 beträgt das Gehalt 61.108 Euro.

47 Stunden arbeitet eine Führungskraft in Start-ups laut Start-up-Studie 2018 von Gründerszene Karriere und Gehalt.de im Schnitt. In etablierten Unternehmen schuften Chefs 46 Stunden. In Start-ups gönnen sie sich 27 Tage Urlaub im Jahr. In lange bestehenden Betrieben machen Führungskräfte 29 Tage frei.

Frauen-Anteil bei Start-up-Gründern steigt zum vierten Mal in Folge

Zwölf Mitarbeiter hat ein durchschnittliches Start-up im Durchschnitt, wie die Studie „Deutscher Start-up Monitor 2018“ belegt. Die jungen Unternehmen etablieren sich damit als bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland. 15,1 Prozent beträgt der Anteil der Frauen, die ein Start-up gründen. Diese Zahl hat sich zum vierten Mal infolge erhöht.

Den Schritt in die Selbstständigkeit haben 2017 der Studie zufolge 557.00 Menschen gewagt. Das sind zwar 17 Prozent weniger als 2016, jedoch sind es überwiegend „Chancengründungen“ und weniger „Notgründungen“. Die neuen Unternehmen sind bestandsfest, beschäftigungsintensiv und können stark zum langfristigen wirtschaftlichen Erfolg des Landes beitragen.

NRW Spitzenreiter in puncto Start-ups

19 Prozent der Start-ups werden in Nordrhein-Westfalen gegründet, geht aus der Studie  „Deutscher Start-up Monitor 2018“ hervor. Das Bundesland verdrängt damit Berlin vom ersten Platz (15,8 Prozent). Danach folgen Baden-Württemberg (12,6 Prozent) und Bayern (12,3 Prozent).

Mehr speziell zu grünen Start-ups, also Jungunternehmen der Gartenbau-Branche, lesen Sie im aktuellen TASPO dossier „Grüne Start-ups. Chance oder Konkurrenz?“, das Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.