Steuersatz bei Dürreversicherung gesenkt

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Der Steuersatz für Dürreversicherungen wird rückwirkend zum 1. Januar 2020 auf 0,03 Prozent gesenkt. Foto: Couleur / Pixabay

Auf Vorschlag des Bundeslandwirtschaftsministeriums wird der Steuersatz bei der Dürreversicherung von 19 auf 0,03 Prozent gesenkt. Die Vergünstigung tritt rückwirkend zum 1. Januar 2020 in Kraft.

Diskussion um ermäßigten Versicherungssatz seit 2018

Im Sommer 2018 traf die Hitzewelle und anhaltende Dürre die deutschen Landwirte und Gartenbauer ganz besonders. Bereits seit diesem Dürresommer hatte sich die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, für eine Steuersenkung bei der Dürreversicherung eingesetzt. Konkret gehe es dabei um die Einbeziehung des Risikos Dürre als weitere wetterbedingte Elementargefahr in die Anwendung des ermäßigten Versicherungssatzes von 0,03 Prozent - statt üblicherweise 19 Prozent – der Versicherungssumme. Diese Änderung wurde nun endgültig vom Finanzausschuss des Bundestages beschlossen und tritt rückwirkend zum 1. Januar 2020 in Kraft. Somit profitieren davon auch Versicherungsnehmer, die bereits jetzt einen Versicherungsschutz haben.

„Ermäßigter Steuersatz ist der richtige Weg“

„Es freut mich, dass unser Vorschlag, Dürreversicherungen zur Unterstützung der Bauernfamilien erheblich geringer zu besteuern, nun umgesetzt wird. Der ermäßigte Steuersatz ist der richtige Weg, um eigenverantwortlich vorzubeugen und in der Not unbürokratisch zu helfen. Die Versicherungswirtschaft kann bestehende Versicherungsangebote auf dieser Basis nun attraktiver gestalten“, gab Bundeslandschaftsministerin Klöckner zufrieden zu Protokoll.

Gartenbau und Landwirtschaft litt extrem unter Dürresommer 2018

Dass es im Zuge des Klimawandels zu immer mehr Wetterextremen kommen kann, steht außer Frage. Forscher beschäftigen sich zurzeit ausgiebig damit, Hitzewellen frühzeitiger und verlässlicher voraussagen zu können (TASPO Online berichtete). Im Sommer 2018 litten rund 10.000 Betriebe aus Landwirtschaft und Gartenbau unter der Dürre, die teilweise existenzbedrohend für die Betriebe war. Allein in Niedersachsen wurde der Schaden des Ernteausfalls der existenzbedrohten Betriebe auf rund 80 Millionen Euro taxiert. „Vor dem Hintergrund zunehmender Extremwetterereignisse erwarten wir vom Ministerium noch mehr Unterstützung beim einzelbetrieblichen Risikomanagement“, erklärte ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer 2018. „Das ist Hilfe zur Selbsthilfe für unsere Betriebe. Steuerfreie Risikoausgleichsrücklagen oder eine stärkere Förderung von Versicherungen könnten hier eine Lösung sein.“