Wirtschaft & Politik

Timo Huges stolpert über Spionageaffäre

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Timo Huges, ehemaliger Geschäftsführer von FloraHolland, ist seinen aktuellen Job nach nur knapp zwei Jahren schon wieder los. Als Chef der staatlichen Bahngesellschaft Nederlandse Spoorwegen (NS) musste Huges jetzt zurücktreten. Stolperstein war eine Affäre um die zwei Milliarden schwere Neuvergabe des Öffentlichen Nahverkehrs in der Provinz Limburg – inklusive Betriebsspionage.

Timo Huges war bis 2013 Geschäftsführer von FloraHolland. Foto: FloraHolland

Huges streitet Verwicklung in Affäre bis zuletzt ab

Wie die Aachener Zeitung dazu berichtet, hatte Huges bis zuletzt abgestritten, von den unsauberen Vorgängen inklusive Betriebsspionage gewusst zu haben, in die das NS-Tochterunternehmen Biallo verwickelt war.

Jetzt ist dem Bericht zufolge jedoch ein neues Dokument aufgetaucht, das das Gegenteil beweist. Huges war demnach bereits vor einem Jahr über die Machenschaften von Biallo informiert. Somit der Lüge überführt, forderte der NS-Aufsichtsrat umgehend Huges Rücktritt. 

Trotz Rauswurf 86.000 Euro Prämie?

Pikant ist, dass Huges trotz seines unehrenhaften Rauswurfs noch einen Bonus in Höhe von 86.000 Euro einstreichen könnte. Einem Bericht von FloraCulture International zufolge, sieht Huges‘ Vertrag eine Prämie von 20 Prozent seines Jahresgehalts vor, sofern die Niederländische Bahn ihren Zielvorgaben in Bezug auf Pünktlichkeit und Passagierzufriedenheit gerecht wird – was im letzten Jahr der Fall war.

Timo Huges, der seit 1. Oktober 2013 Chef der Nederlandse Spoorwegen war, hatte von 2006 bis 2008 die Bloemenveiling Aalsmeer geleitet und war ab 2008 bis 2013 Geschäftsführer der Koninklijke Coöperatieve Bloemenveiling FloraHolland.