Überbrückungshilfe III jetzt auch für Gartenbau-Produzenten

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Blumen und Pflanzen gelten bei der Überbrückungshilfe III jetzt ebenfalls als verderbliche Saisonware. Foto: Dan Blais/Pixabay

Gartenbau-Produzenten bleiben nicht wie bisher auf ihren Kosten für unverkaufte Saisonware sitzen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat dafür seine Überbrückungshilfe III angepasst, wie die TASPO auf Nachfrage direkt aus dem Ministerium erfuhr.

Gartenbau ursprünglich nicht bei Überbrückungshilfe III berücksichtigt

„Die Bundesregierung hat jetzt im Rahmen der Überbrückungshilfe III die Möglichkeiten der Abschreibung von saisonaler und verderblicher Ware verbessert“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am 1. März. „Diese Warenabschreibungen können zu 100 Prozent als Fixkosten zum Ansatz gebracht werden.“ Eine Abschreibung derselben Ware bei verschiedenen Unternehmen sei nicht gestattet. Der Anpassung vorausgegangen waren Forderungen unter anderem vom Bundeslandwirtschaftsministerium und dem Zentralverband Gartenbau (ZVG), dass auch die gartenbauliche Produktion und nicht nur der Einzelhandel in den Corona-Hilfen berücksichtigt werden müsse. Denn während Einzelhändlern Wertverluste unverkäuflicher oder saisonaler Waren als erstattungsfähige Fixkosten anerkannt wurden, erhielt der Produktionsgartenbau ursprünglich nichts für seine Blumen und Pflanzen, die auf dem Kompost landen.

ZVG und Bundeslandwirtschaftsministerium forderten Nachbesserungen

Daraufhin forderte unter anderem das Bundeslandwirtschaftsministerium gegenüber dem Bundeswirtschaftsministerium, dass die bestehende Regelung analog auch auf den Zierpflanzenbau angewendet werden müsse, wie ein Sprecher des Ministeriums am 19. Februar gegenüber der TASPO mitteilte. Der Zentralverband Gartenbau hatte bereits in einer Mitteilung vom 12. Februar darauf hingewiesen, dass bei der Überbrückungshilfe III Nachregelungsbedarf bestehe. Wie der ZVG in diesem Zusammenhang deutlich machte, gehören zur Saisonware auch lebende, verderbliche Blumen und Pflanzen, die nicht zu einem späteren Zeitpunkt verkauft werden können.

Die am 1. März veröffentliche Ergänzung zur Überbrückungshilfe III, wonach Hersteller von verderblicher Ware für den Garten- und Gemüsebau sowie Zierpflanzen-Erzeuger die Sonderregelung für Einzelhändler in Anspruch nehmen können, begrüßt der ZVG deshalb nach eigenem Bekunden außerordentlich. „Wir habend wiederholt unsere Sachargumente vorgetragen und uns für Nachbesserungen bei den Regelungen der Überbrückungshilfe III eingesetzt“, so ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. „Lebende und damit verderbliche Blumen und Pflanzen sind eindeutig verderblicher Saisonware zuzurechnen.“

Lagerung und späterer Verkauf bei Blumen und Pflanzen nicht möglich

Hinzu komme, dass es sich beim Absatz von Blumen und Pflanzen um ein Saisongeschäft mit absolutem Schwerpunkt im Frühjahr handle. Die Produkte könnten bei geschlossenen Absatzkanälen nicht ins Lager gestellt und später verkauft werden, so der ZVG. Gleichzeitig seien bereits Produktionskosten angefallen, die nicht ausgeglichen werden können, weshalb es nur folgerichtig sei, dass nun auch Gartenbau-Produzenten bei den handelsrechtlichen Abschreibungen auf nicht verkäufliche Saisonware bei den Fixkosten berücksichtigt werden. Wie der ZVG zudem ausführt, wolle der Verband jetzt weiterführende Fragen zu Antragsabwicklung und zur weiteren Umsetzung klären.

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