Wirtschaft & Politik

Umfrage zur Hochsaison: Wie belastet sind Sie?

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Die Hochsaison ist die arbeitsreichste Zeit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer der grünen Branche. TASPO Online startete vor rund zwei Wochen die Umfrage „Wie belastet sind Sie?“. Das Ergebnis: Auch wenn fast alle Teilnehmer Überstunden leisten, wissen sie doch, dass auch wieder ruhigere Zeiten kommen. Ein großer Teil der Betriebe bietet einen Zeitausgleich an. Nur ein ganz geringer Prozentsatz honoriert Mehrarbeit nicht.

Umfrage zur Arbeitsbelastung während der Hochsaison: Aufsplittung des Teilnehmerfeldes

Insgesamt 107 Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus der grünen Branche nahmen an unserer TASPO Online Umfrage: „Wie belastet sind sie?“ teil. Dabei hält sich der Anteil von Arbeitgebern (48 Prozent) und Arbeitnehmern (52 Prozent) annährend die Waage.

Der Handelsbereich stellt die am stärksten vertretene Gruppe (47 Prozent) mit insgesamt 34 Teilnehmern (32 Prozent) aus dem Einzelhandel und 16 Beschäftigten aus dem Großhandel (15 Prozent) dar.

An zweiter Position rangieren die eindeutigen Produktionsbetriebe (30 Prozent): 21 Teilnehmer (20 Prozent) stammen aus der Herstellung von Zierpflanzen und Schnittblumen, sieben (sieben Prozent) aus Baumschulen, drei (drei Prozent) aus der Staudenproduktion.
18 Teilnehmer (17 Prozent) arbeiten in Mischbetrieben oder betreiben diese. Während auf den Bereich Dienstleistung lediglich sechs Teilnehmer entfallen (Friedhof und GaLaBau jeweils rund drei Prozent). 
Zwei Teilnehmer blieben ohne Angabe.

Arbeitsbelastung zur Hochsaison: Zählen Sie Ihre Stunden noch?

Die Arbeitsbelastung während der Hochsaison hat 32 Teilnehmer (30 Prozent) dazu veranlasst, ihre Stunden nicht mehr zu zählen. 25 Beschäftigte (24 Prozent) gaben an, zwischen 51 und 60 Stunden zu arbeiten. 23 Umfrageteilnehmer (22 Prozent) kommen sogar auf 61 bis 70 Stunden, 19 Personen (18 Prozent) gaben an, 41 bis 50 Stunden zu arbeiten. Lediglich sechs Beschäftigte (sechs Prozent) kommen mit dem Stundenumfang ihrer regulären Arbeitszeit zurecht.

Überstunden ausgleichen, auszahlen oder ignorieren?

Heute spielt die Ausgewogenheit zwischen Berufs- und Privatleben eine immer größere Rolle in den einzelnen Wirtschaftszweigen. So auch in der grünen Branche. Denn der Großteil der Betriebe bietet inzwischen einen Angleich des Stundenkontos über Jahresarbeitszeit, Abfeiern oder Zeitausgleich an.
56 Prozent der Arbeitgeber, die an der TASPO Online Umfrage zur Arbeitsbelastung teilnahmen, gewähren ihren Mitarbeitern Jahresarbeitszeit, Zeitausgleich oder die Möglichkeit, Stunden abzufeiern.

Die gleiche Angabe machten 53 Prozent der teilnehmenden Arbeitnehmer. Stunden auszuzahlen, spielt kaum eine Rolle. Lediglich sechs Prozent der Arbeitgeber und sieben Prozent der Arbeitnehmer kreuzten diese Möglichkeit an. Allerdings gaben auch elf Prozent der Arbeitnehmer und vier Prozent der Arbeitgeber an, keinen Ausgleich zu gewähren beziehungsweise zu bekommen.

Produktion, Dienstleistung, Handel und Mischbetrieb: Verteilung der Ausgleichsarten

Auch wenn die Dienstleister (Friedhof und GaLaBau) zahlenmäßig die schwächste Gruppe der Teilnehmer darstellen, bieten/bekommen 100 Prozent Jahresarbeitszeit oder Zeitausgleich sowie die Möglichkeit, Stunden abzufeiern.

76 Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Handel (Einzel- und Großhandel) können den gleichen Weg gehen. 18 Prozent dagegen bekommen/gewähren keinen Ausgleich, während vier Prozent Überstunden auszahlen/auf dem Lohnzettel wiederfinden. Eine Person (zwei Prozent) machte keine diesbezügliche Angabe.

Im Produktionsbereich (Zierpflanzen, Schnittblumen, Baumschule, Stauden) bieten/bekommen lediglich 6,5 Prozent keinen Ausgleich für die geleistete Mehrarbeit. 74 Prozent gewähren/erhalten die Möglichkeit ihr Stundenkonto über Jahresarbeitszeit, Abfeiern oder Zeitausgleich in die Waagrechte zu bringen. 19,5 Prozent zahlen Überstunden aus/finden diese auf ihrem Lohnzettel wieder.

Bei den Mischbetrieben dominiert die Anpassung des Stundenkontos über Zeitausgleich/Jahresarbeitszeit/Abfeiern mit 89 Prozent. Die restlichen elf Prozent gewähren/erhalten einen finanziellen Ausgleich für die geleistete Mehrarbeit.

Wenn das Überstundenkonto ächzt: Es kommen auch wieder ruhigere Zeiten!

Für den Großteil der Teilnehmer sind hohe Stundenzahlen kein Grund, der Branche den Rücken zu kehren. Immerhin sind sich 65 Prozent fest der Tatsache bewusst, dass nach der Hochsaison wieder weniger stressige Zeiten auf sie warten. 18 Prozent dagegen sind der Meinung, dass die Arbeitsbelastung zur Stoßzeit des Geschäftsjahres kaum auszuhalten ist und 10 Prozent überlegen sogar, deshalb den Beruf zu wechseln.

Erfreulich: sieben Prozent (Vier Arbeitgeber, drei Arbeitnehmer) lieben ihren Beruf so sehr, dass ihnen der Mehraufwand nichts ausmacht. Arbeitgeber und Arbeitnehmer halten sich in dieser Gruppe ungefähr die Waage.

Auf die unerfreulichste Gruppe aus Sicht der Branche, nämlich diejenigen, die ihren Beruf aufgrund der Arbeitsbelastung wechseln wollen, entfallen vier Teilnehmer aus dem Zierpflanzenbau und Baumschulbereich (ein Arbeitgeber, drei Arbeitnehmer). Fünf abwanderungswillige Beschäftigte stammen aus dem Handelsbereich (alle Arbeitnehmer) und ein Teilnehmer betreibt als Arbeitgeber einen Mischbetrieb.