Wirtschaft & Politik

Vom Schottergarten zum Pflanzenparadies

, erstellt von

Es gibt kaum ein Thema, welches die Branche und die Gesellschaft so sehr spaltet, wie Schottergärten. Einige Bundesländer, Städte und Kommunen gehen bereits per Gesetz dagegen vor. In Nordrhein-Westfalen werben die Verbraucherzentrale und das Ministerium für Umwelt mit einem Positivbeispiel für Nachahmung. Hier verwandelte ein Hauseigentümer seinen grauen Vorgarten in ein grünes Paradies.

Eine üppige Bepflanzung anstatt grauer Steine, Torsten Brämer hat seinen Vorgarten umgestaltet. Foto: Verbraucherzentrale NRW

Hausbesitzer entsiegelt und bepflanzt seinen Vorgarten

In Odenthal nahe Leverkusen erfüllte sich Torsten Brämer den Traum des Eigenheims. Nach dem Kauf seines Hauses, bei dem er einen grauen Schottergarten als Vorgarten vorfand, entschied der Hausbesitzer, die graue Schotterfläche in einen blühenden Garten zu verwandeln. Wo früher grauer Stein lag, bieten nun blühende Blumen und Gräser einen lebendigen Anblick. Brämer entsiegelte den Vorgarten und bepflanzte ihn anschließend artenreich. Gestört habe er sich vor allem an der Hitzeentwicklung an warmen Tagen.

Wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biodiversität

Dass Brämer als Best-Practice-Beispiel vorangeht, davon überzeugte sich Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser gemeinsam mit Udo Sieverding, Bereichsleiter Energie bei der Verbraucherzentrale NRW. „Blühende Vorgärten oder Kleingärten leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt. Sie geben Pflanzen und Tieren einen Lebensraum und helfen, die negativen Auswirkungen des Klimawandels vor Ort zu verringern. Sie verbessern das Mikroklima, bringen Kühlung an Hitzetagen und sorgen dafür, dass Niederschläge versickern können“, lobte Heinen-Esser das Engagements Brämers.

Nachahmung ausdrücklich erwünscht

Nachdem man in Baden-Württemberg bereits mit der Novellierung des Artenschutzgesetzes gesetzlich gegen Schottergärten vorgeht (TASPO Online berichtete), brannten anschließend auch immer wieder in anderen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt und Städten wie Dortmund und Bremen, sowie zahlreichen Kommunen die Diskussionen um die sogenannten „Gärten des Grauen“ auf. „Wo Flächen offen gestaltet und bepflanzt sind, ist das Klima spürbar angenehmer als auf Pflaster oder Schotter. Und Regenwasser kann dort versickern, sucht sich also nicht wie auf versiegelten Flächen seinen Weg an der Oberfläche. Bepflanzung ist ein wirksames Mittel gegen Hitze und Starkregen“, stellt Sieverding klar. Die Verbraucherzentrale NRW habe deshalb auch das Projekt „Mehr Grün am Haus – Spür das bessere Klima“ gestartet, um Eigenheimbesitzer zu informieren und zur Nachahmung zu animieren.

Cookie-Popup anzeigen