Wirtschaft & Politik

Zierpflanzensektor in den Niederlanden vor Zerreißprobe

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Der niederländische Blumengärtnersektor wird von der Corona-Krise besonders hart getroffen, wie Royal FloraHolland in einer Meldung bekannt gibt. Laut Unternehmen stehen viele Betriebe aufgrund mangelnder Notfallkredite der Regierung und der Banken vor dem Ruin.

Verzeichneten einen deutlichewn Rückgang der Nachfrage, die Versteigerung von Royal FloraHolland. Foto: Royal FloraHolland

Beispielloser Anstieg unverkäuflicher Produkte

Als drittgrößter Exportsektor der Niederlande steht der gesamte Zierpflanzenbereich gerade vor einer Zerreißprobe. Neben den Haupthäfen Schiphol und dem Hafen von Rotterdam sind die Niederlande auch die internationale Drehscheibe für den Zierpflanzenanbau. Auf das Land entfallen rund 35 Prozent der weltweiten Exporte. Der Export von Blumen und Pflanzen belaufe sich demnach auf ungefähr 6,2 Milliarden Euro. Etwa 150.000 Menschen arbeiten im Gartenbau und bei den damit verbundenen Dienstleistern. Einen Nachfragerückgang mussten somit auch die Auktionen von Royal FloraHolland verzeichnen. Dieser war nicht nur durch sehr niedrige Preise gekennzeichnet, sondern auch durch einen beispiellosen Anstieg von unverkaufte Qualitätsprodukten. Dies sei in der Geschichte der über 100 Jahre alten Genossenschaft noch nie in einem solchen Ausmaß geschehen, was das Überleben vieler Unternehmen, sowohl der Züchter als auch der Händler, gefährdet.

Es ist ein paar Minuten vor zwölf Uhr

„Die Marktsituation ist dramatisch. In den vergangenen zwei Wochen lagen die Preise bis zu 50 Prozent unter dem Normalpreis. Am vergangenen Freitag wurde zwanzig Prozent des Angebots vernichtet, weil es keine Käufer dafür gab. Die Erwartungen für die kommenden Wochen sind noch schlimmer. In mehreren Ländern ist dies normalerweise die Spitzenzeit für die Blumenzucht im Vorfeld des Muttertages. Der übliche Umsatz in diesem Zeitraum liegt bei 150 bis 200 Millionen pro Woche. Diese Krise kommt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. In weniger als zwei Wochen wird die Energierechnung bei den Erzeugern auf die Matte fallen. Sie werden dann akute Zahlungsprobleme haben. Ohne Notfallkredite der Regierung und der Banken und andere Formen der finanziellen Unterstützung werden gesunde Unternehmen bald in den Büschen zusammenbrechen. Wir fordern branchenweit ein Handeln, bevor es zu spät ist. Es ist wirklich ein paar Minuten vor zwölf“, warnt Steven van Schilfgaarde, Geschäftsführer von Royal FloraHolland.

Royal FloraHolland will Export so lange wie möglich aufrecht erhalten

Royal FloraHolland setze sich laut Unternehmensmeldung daher dafür ein, den Export von Zierpflanzen so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Der Sektor wird durch den Export von Blumen und Pflanzen angetrieben. Falle der Export aus, bedeute es das Ende für viele Blumenzuchtunternehmen, wenn keine Unterstützung gewährt wird. Royal FloraHolland tue demnach alles in ihrer Macht stehende, um Züchter und Handelsunternehmen als Genossenschaft zu unterstützen. Weiter warnt Royal FloraHolland davor, dass die über die Jahre einzigartige Gartenbauinfrastruktur drohe, irreparable Schäden zu erleiden, was es zu verhindern gelte.

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