ZVG: „Gartenbau ist Mittelstand“

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ZVG-Präsident Jürgen Mertz fordert, dass das Agrarministerium weiterhin unabhängig bleibt und der Minister weiterhin einen Platz am Kabinettstisch behält.

Ob Jamaika-Koalition oder andere Regierungskonstellation: Nach der Bundestagswahl hat Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbands Gartenbau, für eine gartenbaufreundliche Politik plädiert. Die zentralen Punkte lauten Pflanzenschutz, Energieeffizienz und Stadtgrün.

Politik soll Fokus auf kleine und mittelständische Unternehmen richten

„Gartenbau ist Mittelstand. Deshalb erwarten wir von der neuen Bundesregierung eine Politik mit deutlichem Fokus auf die Bedürfnisse kleiner und mittelständischer Unternehmen“, plädiert der Verbandspräsident. „Wir mahnen nicht nur den Abbau bürokratischer Hürden als eine vornehmliche Politikaufgabe der neuen Koalition an. Darüber hinaus gebietet es die politische Vernunft, zusätzliche Belastungen an Steuern und Abgaben für die Unternehmen zu vermeiden.“

ZVG: Mertz lehnt LKW-Maut ab

Die LKW-Maut lehnt Mertz nach wie vor ab: „Die Ausweitung würde zu einer erheblichen Mehrbelastung unserer Gartenbaubetriebe führen.“ Zudem fordert der ZVG-Präsident, dass das Agrarministerium weiterhin unabhängig bleibt und der Minister weiterhin einen Platz am Kabinettstisch behält.

Die stockende Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ist dem ZVG-Vorderen ein weiterer Dorn im Auge. „Der Harmonisierungsgedanke des EU-Pflanzenschutzrechtes muss dringend auch in Deutschland umgesetzt werden. Wir benötigen eine Möglichkeit der Nutzung des Zulassungsrechtes ohne Verzögerung“, sagt Mertz.

Der Verbandspräsident betont auch den Erfolg des Bundesprogramms Energieeffizienz in Gartenbau und Landwirtschaft und wünscht sich eine Fortsetzung in 2018. Auch Stadtgrün und Dienstleistungen der Branche sind eng miteinander verbunden.

Urbanes Grün fördert Biodiversität

Urbanes Grün fördert die Biodiversität, mindert gleichzeitig die Klimafolgen und schafft gesunde Lebens- und Erholungsräume. „Die Verabschiedung des Weißbuchs Stadtgrün in der abgelaufenen Legislaturperiode war deshalb der richtige Schritt“, so Mertz. „Wichtig ist, dass das Thema auch in den kommenden vier Jahren auf der politischen Tagesordnung bleibt und der Bund an der konsequenten Umsetzung arbeitet.“

Zu guter Letzt fordert der ZVG-Präsident von der Politik Unterstützung bei der Risikovorsorge. Immerhin seien im Obstbau in diesem Jahr ganze Ernten aufgrund von Wetterkapriolen ausgefallen. „Für die Absicherung solcher Risiken erwarten wir Hilfe der Politik bei wirtschaftlich tragbaren Lösungen“, verdeutlicht Mertz.