Wirtschaft & Politik

ZVG legt Positionspapier zu modernen Züchtungsmethoden vor

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Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) hat in dieser Woche ein Positionspapier vorgelegt, in dem er sich dafür ausspricht, den Weg für innovative Pflanzenzüchtung zu öffnen und eine entsprechende Anpassung des europäischen Gentechnikrecht fordert.

Der ZVG fordert die Öffnung Deutschlands für eine moderne Pflanzenzüchtung. Foto: Science in HD / Unsplash

Widerstandsfähige Pflanzen werden immer wichtiger

„Insbesondere der Klimawandel, Wetterextreme, Krankheiten oder Schädlinge stellen die gartenbauliche Produktion vor immer größere Herausforderungen“, erläutert ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. Gleichzeitig steige aber auch der Anspruch der Gesellschaft an eine nachhaltige und umweltgerechte Produktion. Hier sieht der ZVG innovatives Potential in den modernen Züchtungsmethoden. Diese bieten demnach Chancen, neue Antworten zu finden. Weiter führt der Verband aus, dass widerstandsfähige Pflanzen besonders vor dem Hintergrund von immer weniger zur Verfügung stehender Pflanzenschutzmittel eine immer höhere Bedeutung bekommen werden. In seinem Positionspapier fordert der ZVG daher, dass der Weg zu modernen Züchtungsmethoden in Deutschland geöffnet werde.

Gene Editing wird mit klassischer Gentechnik gleichgesetzt

Dem Positionspapier des ZVG liegt ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes zugrunde, welches Pflanzen mit identischen genetischen Beschaffenheiten unterschiedlich bewertet. Neue Züchtungstechniken, wie das DNA-freie Gene Editing, werden darin mit der klassischen Gentechnik gleichgesetzt. Pflanzen, die mit Hilfe innovativer Methoden der gerichteten Mutagenese gezüchtet wurden, seien demnach als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) einzustufen. Jedoch führe die gezielte Mutagenese durch Genome Editing grundsätzlich zu keinem anderen Ergebnis als die klassische Mutagenese mittels Strahlung oder Chemikalien, die in der Züchtung seit Jahrzehnten angewendet werden. Diese Verfahren seien damit, trotz ihres großen Potentials im Bereich der Ressourcenschonung, für Gartenbau und Landwirtschaft innerhalb Europas kaum anwendbar.

ZVG sieht Nachteil für deutsche Züchter

Pflanzen, die sich nicht von klassisch gezüchteten unterscheiden, dürfen laut ZVG demnach nicht als (GVO) reguliert werden. Moderne Mutagenesetechniken werden bereits in Drittstaaten genutzt, aber die daraus entstandenen Pflanzen werden in diesen Ländern nicht als GVOs gekennzeichnet. Infolgedessen ergeben sich im internationalen Handel mit landwirtschaftlichen Produkten unüberwindliche Hindernisse bei der Überwachung, Kontrolle und Rückverfolgbarkeit der Produkte. Daraus ergeben sich für deutsche Züchtungsunternehmen deutliche Nachteile, weshalb der ZVG in seinem Positionspapier „Neue Züchtungstechniken - Potentiale für den Gartenbau nutzbar machen“ eine Anpassung der gesetzlichen Grundlage fordert.